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SCHMIERGELD: "Geschäfte ohne Korruption sind möglich"

Konzerne und Unternehmen müssen sich an ihre Compliance-Bestimmungen zur Verhinderung von Korruption halten. Martin Hilti, Geschäftsführer von Transparency Schweiz sagt, dass hohe Geldsummen einen Risikofaktor darstellen.
Stefan Borkert
Hohe Summen sind im Eisenbahngeschäft üblich. Je mehr Geld fliesst, desto höher wird das Korruptionsrisiko. (Bild: Getty)

Hohe Summen sind im Eisenbahngeschäft üblich. Je mehr Geld fliesst, desto höher wird das Korruptionsrisiko. (Bild: Getty)

Interview: Stefan Borkert

Martin Hilti, steht Stadler mit dem Südafrika-Geschäft unter Korruptionsverdacht?

Die Medienberichterstattung stellt diesen Vorwurf in den Raum.

Der Thurgauer Eisenbahnbauer ist ja auch in Weissrussland oder Indien aktiv. Kann man auf solchen Märkten ohne Korruption Geschäfte im mehrstelligen Millionen- oder Milliardenbereich überhaupt tätigen?

Ja, dies ist möglich. Je höher die Korruptionsrisiken sind, umso eingehender müssen aber die Massnahmen sein, um Korruption zu verhindern. Wenn sich Korruption gleichwohl ereignen sollte, macht sich ein Schweizer Unternehmen in der Schweiz strafbar. Ein Schweizer Unternehmen tut also gut daran, sorgfältig zu prüfen, ob und inwieweit eine Geschäftstätigkeit in einem Land mit hoher Korruption zu verantworten ist.

Siemens und Bombardier bauen ebenfalls in Ländern Eisenbahnen, die auf dem Korruptionsindex von Tranparency orange bis tiefrot leuchten. Ist da auch jeweils Korruption im Spiel?

Auch für diese Unternehmen gilt es, die erforderlichen Massnahmen zu treffen, damit sich Korruption nicht ereignen kann.

Was müssen Grossunternehmen, Konzerne tun, damit sie weniger oder nicht mehr anfällig sind für Korruption bei der Auftragsgewinnung?

Grossunternehmen müssen gewährleisten, dass die Compliance-Bestimmungen zur Verhinderung von Korruption unternehmensweit angewendet und gelebt werden, Tochtergesellschaften und Partnerfirmen miteingeschlossen.

Aufträge für Eisenbahnen, ob Rollmaterial oder Infrastruktur sind mit hohen Summen verbunden. Verlockt das zu Zahlungen, welche die Auftragsvergabe beeinflussen?

In der Tat. Hohe Geldsummen bilden einen Risikofaktor für Korruption.

Wie schätzen Sie die Lage allgemein beim internationalen Eisenbahngeschäft ein? Ist die Korruption in diesem Branchenbereich speziell stark verbreitet?

Das Eisenbahngeschäft erweist sich zweifellos als attraktiv für Korruption, alleine aufgrund der hohen eingesetzten Geldsummen und aufgrund des Umstands, dass auch in korruptionsanfällige Länder geliefert wird. Inwieweit sich diese Risiken dann tatsächlich auch realisieren, ist hingegen eine andere Frage. Darüber kann nur gemutmasst werden.

Mit welchen Methoden lassen sich die Schmiergeldzahlungen verschleiern?

Die einzelnen Methoden sind sehr vielfältig. Allen ist gemeinsam, so gut wie möglich die Illegalität des Geschäfts zu verbergen.

Was ist die übliche Methode?

Oft verwendete Methoden sind beispielsweise die Bezahlung von fingierten Rechnungen oder die Bezahlung von überteuerten Leistungen.

Gibt es da geografische Unterschiede?

Solche mag es geben. Korruption ereignet sich aber schnell grenzüberschreitend und bildet deshalb ein globales Phänomen.

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