Immobilie
Schloss Eugensberg verkauft: Neuer Eigentümer ist nicht weniger illuster als Vorbesitzer Rolf Erb

Bis zu seinem Tod vor zwei Jahren wehrte sich der verurteilte Betrüger Rolf Erb, dass sein Schloss Eugensberg in der Gemeinde Salenstein im Thurgau verkauft wird. Nun ist mindestens ein Kapitel in der rund 15-jährigen Geschichte des Erb-Konkurses abgeschlossen.

Leo Eiholzer
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Verstellen bald Windräder die Sicht? Das Schloss Eugensberg.

Verstellen bald Windräder die Sicht? Das Schloss Eugensberg.

Ehrenzeller/Key

Der Kanton Thurgau teilte mit, dass das legendäre Schloss verkauft ist. Das Grundstück ist über 100 Fussballfelder gross und enthält neben dem Schloss eine Burgruine, einen Gutshof, ein Badehaus am Bodensee, Wald und eine weitere Baulandparzelle.

Der neue Schlossherr ist nicht weniger illuster als der verstorbene Pleitier: Es handelt sich um den 38-jährigen Internet-Unternehmer Christian Alexander Schmid. Der gelernte Programmierer wurde schwerreich mit seiner Firma Rapidshare und einem umstrittenen Geschäftsmodell.

Das Schloss Eugensberg in Bildern:

Das Schloss Eugensberg mit Swimmingpool und Nebengebäuden ist ein Luxus-Anwesen mit Traumaussicht auf den Untersee und die Insel Reichenau.
14 Bilder
Das Schloss Eugensberg mit Swimmingpool und Nebengebäuden ist ein Luxus-Anwesen mit Traumaussicht auf den Untersee und die Insel Reichenau.
Das Schloss Eugensberg mit Swimmingpool und Nebengebäuden ist ein Luxus-Anwesen mit Traumaussicht auf den Untersee und die Insel Reichenau.
Blick auf Schloss Eugensberg in Salenstein.
Blick in Schloss Eugensberg in Salenstein.
Blick in Schloss Eugensberg in Salenstein.
Blick in Schloss Eugensberg in Salenstein.
Blick in Schloss Eugensberg in Salenstein.
Blick in Schloss Eugensberg in Salenstein.
Blick in Schloss Eugensberg in Salenstein.
Blick in Schloss Eugensberg in Salenstein.
Sitzplatz beim Pool von Schloss Eugensberg.
Eine Statue beim Pool von Schloss Eugensberg.
Blick auf Schloss Eugensberg in Salenstein.

Das Schloss Eugensberg mit Swimmingpool und Nebengebäuden ist ein Luxus-Anwesen mit Traumaussicht auf den Untersee und die Insel Reichenau.

KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Vom Strafgericht angeklagt

Rapidshare war eine Plattform, über die man für wenige Franken pro Monat Computerdateien teilen konnte. In den besten Zeiten besuchten 42 Millionen Nutzer pro Tag das Portal. Das Konstrukt war ideal für die Verbreitung von illegalen Raubkopien und wurde oft dafür benutzt.

In der Folge geriet Rapidshare zusehends ins Visier der Film- und Musikindustrie. Im März 2015 hat Rapidshare den Dienst eingestellt. Im September des letzten Jahres musste sich Schmid vor dem Zuger Strafgericht wegen Urheberrechtsverletzungen seiner Firma verantworten. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Geldstrafe und eine Busse von insgesamt 720 000 Franken.

Finanziell scheint es dem Ex-Internet-Mogul gut zu gehen, denn er musste für das Schloss mindestens 35 Millionen Franken auf den Tisch legen. Das war der Richtpreis des Konkursamtes. Allerdings: Gleich neben der riesigen Parzelle sind mehrere grosse Windräder geplant. Offenbar will Schmid mit seiner Familie das Schloss Eugensberg bewohnen.

Schmid hat offenbar ein Faible für Schlösser und Villen. Im Jahr 2012 kaufte er die Villa Margaritha in Vitznau. Das 7700-Quadratmeter-Grundstück hat einen Privatstrand, ein Bootshaus und eine grosszügige Parkanlage. Sie gehört ihm offenbar immer noch.

Im Jahr 2014 kaufte er sich laut lokalen Medienberichten das Schloss Roseck im deutschen Tübingen. Eine Lokalzeitung nannte ihn Anfang Jahr immer noch als Besitzer, als es Streit um einen Wanderweg gab, den Schmid sperren liess. Laut «Handelszeitung» habe Schmid 2012 ausserdem in Küssnacht am Rigi eine weitere Villa am Vierwaldstättersee gekauft.

Was Schmid derzeit beruflich macht, ist nicht bekannt. Selbst als er im letzten Herbst als Angeklagter vor dem Zuger Strafgericht stand, wollte er laut dem Onlineportal «Zentralplus» keine Angaben zur aktuellen Lebenssituation machen. Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte Schmid gestern, er beschäftige sich «hobbymässig mit Elektronik und Mikroprozessoren».

Im Handelsregister existiert die Rapidshare AG weiterhin. Ausserdem ist Schmid Gesellschafter einer Firma, die sich in Konkurs befindet. Ihr Zweck war der Betrieb von Online-Browsergames. Seit 2010 war Schmid im Verwaltungsrat von fünf weiteren Firmen, die alle liquidiert worden sind.

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