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SCHIENENFAHRZEUGE: Erste Tango in Tschechien

Stadler Rail hat eine Ausschreibung für Strassenbahnen im tschechischen Ostrava gewonnen. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 45 Millionen Franken.
Stefan Borkert
Tango-Tram der Verkehrsbetriebe Genf in Niederflurausführung. 2010 hat Genf 32 Stück bestellt. Bald fährt das Tram auch in Tschechien. (Bild: PD)

Tango-Tram der Verkehrsbetriebe Genf in Niederflurausführung. 2010 hat Genf 32 Stück bestellt. Bald fährt das Tram auch in Tschechien. (Bild: PD)

Der Technologievorteil war ausschlaggebend dafür, dass Stadler Rail den ersten Auftrag für Strassenbahnen in Tschechien an Land ziehen konnte. Philipp Welti, Sprecher von Stadler Rail, sagte gestern, dass die Ausschreibung von der Betreibergesellschaft Dopravní podnik Ostrava a. s. (DPO) erfolgt sei. Dabei gehe es um 30 Strassenbahnen und eine Option auf weitere zehn des Typs Tango. Das Vertragsvolumen belaufe sich auf insgesamt rund 45 Mio. Franken.

Bisher fährt von Stadler in Tschechien nur der Leo-Express als Intercity-Zug des Typs Flirt. Daniel Morys, Generaldirektor von DPO, und Peter Jenelten, Vizepräsident Marketing und Verkauf von Stadler, haben den Vertrag für die Lieferung von 40 Strassenbahnen des adaptierten Typs Tango unterschrieben. Der Vertrag umfasst die Lieferung von zweiteiligen niederflurigen Einrichtungstrams für Normalspur. «Die Trams bauen auf dem vielfach bewährten Typ Tango auf, werden aber auf die Niederflurtechnik und für den Einsatzzweck passgenau auf die Bedürfnisse von DPO in Ostrava individualisiert.» Projektierung und Engineering lägen bei Stadler in Prag, fährt Welti fort.

Drei Standorte in der Schweiz sind involviert
In der Schweiz werden drei Standorte involviert sein: Stadler Winterthur für Fahrwerke und Drehgestelle, Stadler Bussnang für Produktentwicklung, Support und Technik sowie Stadler Altenrhein für Berechnungen, Struktur, Support und Technik. Weiter beteiligt an dem Auftrag sind die Stadler-Gesellschaften und Lieferanten in Tschechien, Polen und Weissrussland.

Die Vorteile des Typs Tango sind ein hoher Fahrkomfort durch Drehgestelle sowie der erleichterte Einstieg für Personen mit reduzierter Mobilität. Hinzu kämen die Erfüllung aller sicherheitsrelevanten EU-Normen, der modulare Aufbau, ergonomische Fahrerkabinen, die durchgehende Klimatisierung und eine geringe Geräuschentwicklung auch bei hoher Geschwindigkeit. Womit sich der Tango weiter abhebe, sei der einzigartige Einsatzzweck. Damit ist der schnelle Passagierwechsel in der Innenstadt durch vier Türen und eine Beschleunigung auf 80 Kilometer pro Stunde gemeint. Damit könne das Tram Verspätungen aufholen oder auch verhindern, sagt Welti.

Bei der Vertragsunterzeichnung in Ostrava, der drittgrössten Stadt Tschechiens, hob Generaldirektor Morys die Wichtigkeit des Projekts hervor: «Ich bin sehr zufrieden mit dem Ausgang dieser öffentlichen Ausschreibung und überzeugt, dass die Schweizer Qualität der neuen Strassenbahnen den geforderten höheren Komfort für unsere Passagiere bringen wird.» Jenelten von Stadler ergänzte: «Wir sind stolz darauf, erstmals Strassenbahnen nach Tschechien liefern zu dürfen.» Die von DPO professionell geführte Ausschreibung sei im Verkaufsteam sehr geschätzt worden.

Die elektrischen Strassenbahnen von Stadler Rail sind in verschiedenen europäischen Ländern zugelassen und verkehren in diversen Konfigurationen unter anderem in der Schweiz, in Deutschland, Frankreich, Dänemark und bald auch in Russland. Die erste Stadler-Tram für Ostrava soll im März 2018 endmontiert werden.

13 Jahre im Einsatz: Tram mit individuellen Anpassungsmöglichkeiten

Die zweiteiligen Strassenbahnen für Ostrava sind 24,9 Meter lang, 2,5 Meter breit und 3,6 Meter hoch. Sie bieten total 188 Fahrgästen Platz, davon finden 61 einen Sitzplatz. Die Fahrzeuge sind durchgehend niederflurig, haben vier breite Türen für schnelles Ein- und Aussteigen und weisen überdies eine Rollstuhlrampe auf. Die Trams für Ostrava bauen auf dem Typ Tango auf. Das ist ein drei- bis sechsteiliges Fahrzeug. Es ist konzeptionell als Hochflurfahrzeug ausgelegt. Die Trams haben eine Front, die für den Fussgängerschutz optimiert ist. Individuelle Ausführungen mit einem Niederfluranteil von bis zu 70% sind ebenfalls möglich. Tango ist als Ein- oder Zweirichtungsfahrzeug lieferbar und hat einen minimalen Kurvenradius von 12 Metern. Die Drehgestelle können mit Stahl­federn oder optional mit Luftfederung ausgerüstet werden. Den ersten Auftrag für Tango-Fahrzeuge hat Stadler von der Forchbahn erhalten. Die Fahrzeuge sind seit 2004 im Einsatz. (bor)

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