Scharfe Kritik der Gewerkschaft

ARBON. Die Gewerkschaft Unia Ostschweiz-Graubünden fordert das Management von Arbonia Forster (AFG) zu "ernsthaften Verhandlungen" auf, um aus ihrer Sicht unnötige Entlassungen zu vermeiden. Das Unternehmen hatte letzte Woche Auslagerungen und einen grösseren Stellenabbau angekündigt.

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Der Hauptsitz der AFG in Arbon. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Der Hauptsitz der AFG in Arbon. (Bild: Reto Martin/Archiv)

Zur Debatte stehe eine der grössten Massenentlassungen der letzten Jahre, teilte die Unia Ostschweiz-Graubünden am Montag mit. Vom geplanten Abbau von rund 400 Stellen sei die Ostschweiz mit einer Reduktion von etwa 300 Stellen betroffen.

Der notwendige Umbau des Konzerns müsse sozialverträglich ablaufen, fordert die Unia. Das AFG-Management solle die Sozialpartnerschaft endlich ernst nehmen. Bisher sei diese "in grober Weise verletzt worden".

Kurzfristig per Mail informiert
Die Gewerkschaft sei erst am Morgen der Bekanntgabe der Restrukturierung per Mail informiert worden, ebenso die Betriebskommission. Eine Stunde später habe das Unternehmen bereits die Medien informiert. Von einer rechtzeitigen Information der Sozialpartner könne keine Rede sein. Die Gewerkschaften seien lediglich aufgefordert worden, sich bei der Personalabteilung für ein Gespräch zu melden. "Deutlicher kann die Geringschätzung der Sozialpartner nicht zum Ausdruck gebracht werden", heisst es im Communiqué.

Konsultationsfrist als "Farce"
Mit ihrem "gesetz− und vertragswidrigen Vorgehen" stelle das AFG-Management die Angestellten vor vollendete Tatsachen. Die Konsulationsfrist, die lediglich zwei Wochen dauern solle, werde auf diese Weise vollends zur Farce, so die Unia.

Letzte Woche hatte AFG bekanntgegeben, zusätzliche 320 Stellen aus den Bereichen Fensterbau und Gebäudehüllen ins Ausland auszulagern. Auch die Zahl der Holdingmitarbeiter soll reduziert werden. Als Grund für die Massnahmen wird der anhaltende Kosten− und Margendruck im Schweizer Markt angegeben. (sda)