TEXTILMASCHINEN
Eine Firma, lediglich noch 80 Mitarbeitende: Saurer strafft seine Strukturen am Bodensee

Aus drei Gesellschaften mach eine: In der Schweiz firmiert der Textilmaschinenhersteller Saurer künftig nur noch als Saurer Intelligent Technology AG in Arbon. Maschinen werden hier aber keine mehr gebaut, doch das Geschäft zieht wieder an.

Thomas Griesser Kym
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Eine Saurer-Stickmaschine des Typs Epoca 7.

Eine Saurer-Stickmaschine des Typs Epoca 7.

Bild: PD

Weltweit beschäftigt der Saurer-Konzern mit Hauptsitz in Arbon 4300 Mitarbeitende. Doch an seinem mittlerweile einzigen Schweizer Standort am Bodensee sind es lediglich noch rund 80. So hat der Hersteller von Textilmaschinen und Komponenten auf Ende 2019 die Montage der Stickmaschinen zum Saurer-Standort in Suzhou in China verlagert, was in Arbon rund drei Dutzend Stellen kostete.

Und vor kurzem hat Saurer den Hauptsitz von Wattwil nach Arbon gezügelt. 2019, vor der Montageverlagerung, zählte Saurer in Arbon und Wattwil zusammen noch 145 Beschäftigte hierzulande.

Alle Arbeitsverträge werden laut Saurer übernommen

Die Konzentration von Saurer in der Schweiz am Bodensee nimmt das Unternehmen nun zum Anlass, die Strukturen zu verschlanken und zu vereinheitlichen. Demnach werden alle drei in Arbon ansässigen Saurer-Gesellschaften zu einer zusammengefasst, der neuen Saurer Intelligent Technology AG, kurz Sitag.

Diese führe als Holding und Technologieentwicklerin alle Geschäftsbereiche unverändert fort, die Fusion respektive die Löschung der bisherigen Gesellschaften hätten «keine Auswirkungen auf das operative Geschäft, auch werden sämtliche Arbeitsverträge übernommen».Konkret bleiben also am Hauptsitz in Arbon die Geschäftsleitung und weitere Gruppenfunktionen sowie das Saurer Technology Center samt Forschung & Entwicklung erhalten.

Traditionsunternehmen mit 165 Jahren auf dem Buckel

«Mit der Zusammenlegung und Löschung gehen wir einen weiteren Schritt bei der Optimierung unserer Konzernstruktur», lässt sich in der Mitteilung Sitag-Verwaltungsratspräsident Anton Kehl zitieren.

Ziel sei es, «die Struktur unseres 165-jäh­rigen Traditionsunternehmens noch effizienter zu gestalten und auch die betrieblichen Abläufe nachhaltig zu verbessern». Das gelinge am besten, «wenn wir die diversen Geschäftsbereiche in einer Gesellschaft bündeln und Synergien stärker nutzen», wird Kehl weiter zitiert.

Seit 2013 in chinesischem Besitz

Saurer gehört seit 2013 mehrheitlich der chinesischen Jinsheng Group und setzte 2019 gut 1,1 Milliarden Euro um. Über den Geschäftsgang des Saurer-Konzerns schreibt dessen Sprecher Peter Trinkl auf Anfrage, «generell kann man sagen, dass nach dem branchenüblichen Rückgang der Geschäfte, ver­ursacht durch Corona im Jahr 2020 und in den ersten Monaten 2021, wir wieder eine deutliche Belebung des Markts und damit auch eine Stärkung unseres Geschäfts sehen».