Saurer hält an Ostschweizer Standorten fest

ARBON/WATTWIL. Die Restrukturierung des Produktionsstandortes Winterthur des Textilmaschinenbauers Rieter wirft die Frage auf, wie es eigentlich Saurer geht. Das Unternehmen war Mitte 2013 vom Technologiekonzern Oerlikon an die chinesische Jinsheng Group verkauft worden.

Merken
Drucken
Teilen

ARBON/WATTWIL. Die Restrukturierung des Produktionsstandortes Winterthur des Textilmaschinenbauers Rieter wirft die Frage auf, wie es eigentlich Saurer geht. Das Unternehmen war Mitte 2013 vom Technologiekonzern Oerlikon an die chinesische Jinsheng Group verkauft worden. Mit weltweit 4000 Mitarbeitenden setzt Saurer 1 Mrd. € (1,1 Mrd. Fr.) um. In der Schweiz hat Saurer den Hauptsitz und zwei Produktionsstandorte: In Arbon entwickeln und fertigen 100 Mitarbeitende Stickmaschinen, und in Wattwil fertigt Saurer Components mit gut 85 Beschäftigten Teile für Textilmaschinen.

Chinesen als Türöffner

Saurer wird seit sieben Monaten von Martin Folini geleitet, der 16 Jahre Erfahrung hat in der Textilmaschinenindustrie. Er sagt auf Anfrage, global betrachtet liefen Saurers Geschäfte «sehr gut», und die Gruppe schreibe «ganz klar schwarze Zahlen». Dank persönlicher Beziehungen im chinesischen Markt komme man auch dort an Grossaufträge heran. «Hier hilft uns unser chinesischer Eigentümer.» Von Problemen, wie sie Rieter im Maschinenbau am Standort Winterthur hat, sei Saurer weniger betroffen. Grund: Saurers Spinntechnologie-Marken Schlafhorst und Zinser sind in Deutschland angesiedelt, ergo lastet nicht die Frankenstärke auf dem Geschäft.

Kampf um Aufträge

Die Stickmaschinen von Saurer Embroidery aus Arbon wiederum haben laut Folini einen anderen Zyklus als die Spinnereimaschinen. «Das Werk Arbon ist zufriedenstellend bis gut ausgelastet.» Zwar übe die Frankenstärke Druck auf die Margen aus, aber ein Personalabbau sei nicht geplant. Das gelte auch für Saurer Components in Wattwil, «obwohl wir um Aufträge kämpfen». Rieter dagegen spricht von einer «guten Nachfrage» nach seinen Komponenten. Folini erklärt den Unterschied: Rieter sei eher stark mit Teilen für Naturfasermaschinen, Saurer mit den Wattwiler Komponenten der Marke Heberlein dagegen fokussiere auf Chemiefasermaschinen. Und dieses Marktsegment sei gegenwärtig schwach, unter anderem wegen Überkapazitäten in China. (T. G.)