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Saubere Arbeit per Internet

Mit 21 Jahren ist Informatiker Larklind Cerkezi aus Buchs an den Berufsweltmeisterschaften ausgezeichnet worden. Neben dem Lehrabschluss gründete er eine Firma. Heute, mit 23, hat er bereits das nächste Start-up aufgegleist.
Stefan Borkert
Für die neugegründete Firma Ipaster sind schon vor dem offiziellen Betriebsstart Reinigungskräfte gebucht worden. (Bilder: Hanspeter Schiess)

Für die neugegründete Firma Ipaster sind schon vor dem offiziellen Betriebsstart Reinigungskräfte gebucht worden. (Bilder: Hanspeter Schiess)

BUCHS. Das Schicksal seiner Tante hat Larklind Cerkezi massgeblich beeinflusst. «Meine Tante arbeitete bei vielen grossen und namhaften Reinigungsunternehmen und wurde oft hinters Licht geführt», sagt er und fährt fort: «Ihr wurden die Löhne mehrere Monate nicht bezahlt. Sie wurde monatelang hingehalten und nicht vorschriftsgemäss angemeldet.» Ausserdem habe man sie gegen ihren Willen schwarz bezahlt. «Ich musste ihr bei vielen rechtlichen Problemen helfen.» Heute ist die Tante seine Angestellte – mit einem fairen Lohn und ordnungsgemäss angemeldet.

Schwarzarbeit ein rotes Tuch

Vor diesem persönlichen Hintergrund hat der junge Informatiker beschlossen, etwas gegen illegale Beschäftigung zu tun. Parallel zum Lehrabschluss gründete er 2013 die Firma CM Facility Services GmbH in Buchs, die laut Cerkezi vor allem Unternehmen, aber auch Private als Kunden hat und trotz legaler Arbeitsbedingungen und guter Löhne floriere. Schwarzarbeit ist für Cerkezi ein rotes Tuch.

Gerade in der Unterhaltsreinigung von Privatwohnungen floriere die Schwarzarbeit, so seine Erfahrungen. «Für den Kunden ist das ein Kavaliersdelikt.» Und er betont, das sei es ganz und gar nicht, denn beide Parteien machten sich strafbar. Ausserdem fehlten der Fachkraft jegliche Sozialversicherung. Und bei Unfällen käme es auf den Goodwill des Kunden an. «Da habe ich mir überlegt, wie kann man der Schwarzarbeit entgegenwirken, und wie kann man dem Kunden eine unbürokratische Lösung bieten, wo er einfach und schnell eine Reinigungsfachkraft legal organisieren kann.» Die Idee für die Firma Ipaster war geboren.

Firma der Sauberkeit

Den Firmennamen spricht er englisch aus. Im Albanischen bedeute i paster Sauberkeit. «Da dachte ich mir, das ist ein schönes Wortspiel.» Die Firma Ipaster vermittelt Reinigungskräfte für private Unterhaltsreinigungen per Internet. «Die Kunden können auf unserer Plattform www.ipaster.ch online eine Unterhaltsreinigung buchen, und Ipaster organisiert dann die Reinigungskraft», sagt Cerkezi. Kunden bezahlen am Ende der Bestellung ebenfalls über das Internet oder einfach monatlich, je nach Auftragsart.

Noch bevor Ipaster offiziell startete, wurden bereits Aufträge über das Internet gebucht, sagt Cerkezi. Er äussert sich überzeugt, eine Marktlücke gefunden zu haben. Die Reinigungskräfte sind bei Ipaster angestellt und stehen auf Abruf bereit. Mit dabei ist natürlich auch Cerkezis Tante. Der Buchungsablauf ist einfach. Der Kunde gibt online seine Wünsche ein, was wie lange auf welche Art gereinigt werden soll. «Unsere Software rechnet dann sofort den Preis aus. Zusätzlich könne der Kunde weitere Dienstleistungen buchen wie etwa Wäsche waschen, bügeln oder die Innenreinigung von Kühlschrank und Ofen.

Die Chemie muss stimmen

Die Branche sei technisch gesehen dem digitalen Zeitalter weit hinterher, sagt Cerkezi. Für den jungen Unternehmer hat sein Start-up die Chance, den Markt aufzumischen, solange die Qualität der Dienstleistung stimmt. Und dafür werde sogar auf die Chemie zwischen Auftraggeber und Reinigungskraft geachtet. Stimme die nicht, dann werde eine andere Person geschickt. Zunächst startet Ipaster im Raum Liechtenstein, Chur, Rheintal und St. Gallen. Eine weitere Expansion sei geplant. Doch wolle er lieber langsam und nachhaltig wachsen, denn auch die Rekrutierung der Reinigungskräfte sei nicht so einfach. Schliesslich müssten auch diese hohen Anforderungen genügen.

An den World Skills dabei

Wer ist dieser junge Mann, der mit 23 Jahren bereits zwei Unternehmen gegründet hat? Larklind Cerkezi absolvierte eine Lehre als Informatiker bei der Liechtensteiner Ivoclar Vivadent AG. 2012 nahm er an der nationalen Ausscheidung für die Berufsweltmeisterschaft World Skills in Liechtenstein teil, belegte den 1. Platz und qualifizierte sich für die Berufsweltmeisterschaft 2013 in Leipzig. Dort wurde der damals 21-Jährige mit dem «Medaillon for Excellence» ausgezeichnet. Kurz darauf erfolgte die Gründung der CM Facility Services GmbH mit heute zwölf Reinigungskräften und namhaften Firmen als Kunden. Diese Woche folgt der Start von Ipaster.

Larklind Cerkezi hat schon zwei Firmen gegründet. (Bild: Hanspeter Schiess)

Larklind Cerkezi hat schon zwei Firmen gegründet. (Bild: Hanspeter Schiess)

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