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SANITÄRTECHNIK: Kunden warten auf Dusche und WC

Geberit ist mit dem Geschäftsgang recht zufrieden. Die Geschäfte könnten noch besser laufen, wenn es in Deutschland ausreichend Sanitärinstallateure gäbe.

Für Geberit-Finanzchef Roland Iff ist klar: 2017 sei ein gutes Jahr für den Sanitärtechnikkonzern gewesen. Der Umsatz stieg um 3,5 Prozent auf 2,9 Milliarden Franken. Dass der Reingewinn um 3,8 Prozent auf 527 Millionen Franken sank, erklärt Iff mit «negativen Einmaleffekten». Konkret kostete die Integration des 2015 gekauften Sanitärkeramikherstellers Sanitec Geld, und der Verkauf zweier Werke in Frankreich schlug negativ zu Buche. Um die Einmalkosten bereinigt, stieg der Gewinn um 3,5 Prozent. Laut Iff wurde Sanitec erfolgreich integriert, was wie veranschlagt 45 Millionen Franken gekostet habe. «Damit sind wir auf Kurs.» Der Generalversammlung des Unternehmens aus Rapperswil-Jona wird eine Erhöhung der Dividende um 4 Prozent auf 10.40 Franken vorgeschlagen.

Für das laufende Jahr erwartet Geberit-Chef Christian Buhl in der Schweiz eine «stabile Bautätigkeit auf hohem Niveau». Das Marktumfeld in den europäischen Ländern sei insgesamt po­sitiv, wobei Buhl auch Schwierigkeiten sieht: «In Deutschland, unserem wichtigsten Markt, sind wir punkto Nachfrage zwar zuversichtlich. Ein Engpass an qualifizierten Sanitärinstallateuren limitiert aber den Absatz.» Laut Buhl müssen Kunden teils monatelang auf die Installation von Duschen oder Toiletten warten. «Solange die Kunden auf unsere WCs warten, statt sich ein neues Auto zu kaufen, sind wir aber zufrieden», sagt Buhl. Diesen Fachkräftemangel wolle Geberit zusammen mit den Verbänden angehen. Noch gravierender sei der Fachkräftemangel in Polen, wo sich viele junge Leute lieber für ein Studium statt eine Sanitärausbildung entschieden. In Grossbritannien sei der Wohnbau stabil, doch würden «Projekte für institutionelle Bauten momentan zurückgestellt». Genau in diesem Sektor habe sich Geberit allerdings stark engagiert. Zuversichtlich ist Buhl für die Entwicklung in Nordamerika, während in China das Wachstum 2018 moderat ausfallen dürfte. Laut Buhl dürften die Rohstoffpreise für Kunststoffe und Industriemetalle weiter steigen, was für Geberit höhere Produktionskosten bedeute.

Gefragt nach dem Grund des mangelnden Nachwuchses an Sanitärinstallateuren in Deutschland antwortete Buhl, die Löhne seien tief. «Allerdings betrifft das die ganze Bauindustrie. Je höher die Qualifikation für einen Handwerksberuf ist, desto weniger Nachwuchs findet sich.» Buhl gab zu bedenken, dass es auch in der Schweiz nicht einfach sei, junge Leute für eine Sanitärlehre zu motivieren. «Wir stehen im engen Kontakt mit Verbänden und unterstützen eine Kampagne zur Förderung des Nachwuchses.»

Jérôme Stern

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