Glosse

Salzkorn

Im Tennis sahnen die Topspieler ab, und das Fussvolk muss sich mit den Brosamen begnügen. Das darf nicht sein, befand ein Nobody, fuhr der Elite an den Karren und entwarf ein System ganz nach seinem Gusto.

Thomas Griesser Kym
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Illustration: Corinne Bromundt

Erinnern Sie sich an Andrew Harris? Nein? Der australische Tennisprofi, der sich Anfang Juli für eine Millisekunde ins Licht der Weltöffentlichkeit geschwatzt hat. Harris kritisierte die Topcracks Federer, Djokovic und Nadal und warf ihnen vor, sie interessierten sich nicht für die tiefer klassierten Spieler und setzten sich nicht für eine gerechtere Verteilung der Preisgelder ein.

Doch Harris hatte auch bereits ein Rezept parat: So befand er, es müsse ein System geschaffen werden, mit dem «die besten 300 Spieler der Welt von ihrem Sport leben können».

Schon noch praktisch, so eine Lösung, vor allem mit Blick auf Harris’ Eigennutz. Damals stand er auf Rang 204 der Weltrangliste, also doch ein gutes Stück davon entfernt, in seinem angedachten System in Niederungen abzugleiten, in denen er seine Brötchen nicht mehr damit verdienen könnte, einen Filzball über ein Netz zu schlagen.

Inzwischen ist Harris nur noch die Nummer 213. Die Luft wird dünner. Er sollte fleissiger trainieren. Oder sein System auf die Top 500 ausweiten.