Russland-Auftrag als Türöffner für Stadler Rail

Bussnang/moskau. Für 240 Mio. Fr. baut der Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail 100 vierachsige Diesel-Antriebsteile und liefert diese nach Russland. Dort werden sie in 50 Triebzüge eingebaut, welche die russische Firma Metrovagonmash MVM in Mytischi bei Moskau herstellt.

Merken
Drucken
Teilen

Bussnang/moskau. Für 240 Mio. Fr. baut der Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail 100 vierachsige Diesel-Antriebsteile und liefert diese nach Russland. Dort werden sie in 50 Triebzüge eingebaut, welche die russische Firma Metrovagonmash MVM in Mytischi bei Moskau herstellt. MVM ist eine Tochter des mit 55 000 Beschäftigten grössten russischen Schienenfahrzeugbauers Transmashholding TMH, der die Antriebsteile bestellt hat. Die fertigen Züge werden an die Russische Eisenbahn RZD überstellt.

Neuer Markt mit viel Potenzial

Von einem «sehr wichtigen Auftrag» spricht Stadler-Sprecher Tim Büchele. Weil es «der erste Auftrag in einem neuen Markt ist». Und dieser hat ein «grosses Potenzial», wie Stadler-Inhaber und Firmenchef Peter Spuhler sagt: Russland ist ein grosser Eisenbahnmarkt, und das Rollmaterial ist vielerorts veraltet. Büchele sieht den Auftrag denn auch als Türöffner und rechnet mit Folgeaufträgen aus Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken.

Arbeit für Ostschweizer Werke

Spuhler machte den Auftrag mit Bundesrat Johann Schneider Ammann am Swissrail-Forum in Moskau publik. Der Stadler-Chef betont, der Vertrag laute auf Schweizer Franken. Das schaltet das Währungsrisiko aus; gebaut werden die Antriebsteile mit ziemlicher Sicherheit in den Ostschweizer Werken, wo Löhne und andere Kosten in Franken anfallen. Zunächst liefert Stadler Ende 2012 zwei Prototypen aus. (T. G.)