Ruhige Versammlung vor der Fusion

ZÜRICH. Die ordentliche Generalversammlung des Zementkonzerns Holcim ging trotz der geplanten, aber umstrittenen Fusion mit dem französischen Konkurrenten Lafarge in gewohntem Rahmen über die Bühne. Die Aktionäre stimmten allen Anträgen des Verwaltungsrates zu.

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ZÜRICH. Die ordentliche Generalversammlung des Zementkonzerns Holcim ging trotz der geplanten, aber umstrittenen Fusion mit dem französischen Konkurrenten Lafarge in gewohntem Rahmen über die Bühne. Die Aktionäre stimmten allen Anträgen des Verwaltungsrates zu. Die für die Fusion entscheidende ausserordentliche Generalversammlung findet erst am 8. Mai statt. Der Aufmarsch der Aktionäre und vor allem der Kleinaktionäre hielt sich im Hallenstadion in Zürich in Grenzen. Gemäss dem Konzern haben sich nicht mehr Teilhaber eingefunden als in den Vorjahren.

Allgegenwärtiges Thema

Dennoch war das geplante Zusammengehen mit dem französischen Konkurrenten ein allgegenwärtiges Thema. Das begann bereits vor dem Hallenstadion. Rund 50 Vertreter der Arbeitnehmerschaft der zwei Konzerne forderten mit Plakaten und Flugblättern die Aktionäre auf, die soziale Verantwortung wahrzunehmen. Insbesondere sollen die zwei Konzerne den Erhalt der Arbeitsplätze für mindestens zwei Jahre garantieren.

Diese Forderung wurde auch von zwei Aktionären und Arbeitnehmervertretern an der Generalversammlung im Hallenstadion wiederholt. Holcim-Präsident Wolfgang Reitzle erklärte dazu, dass sämtliche Arbeitsverträge auch bei einer Fusion unverändert fortgeführt würden. Das gelte selbst für diejenigen Unternehmensteile, die Lafarge und Holcim aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen wollen. «In der Summe muss man sich keine Gedanken über die Mitarbeiter machen», sagte er.

Kulturkampf ist lösbar

Reitzle, der in seinen einleitenden Worten erneut für die Fusion warb, trat auch Befürchtungen entgegen, wonach die Unternehmenskulturen der Fusionspartner nicht zusammen- passten. Weil Holcim und Lafarge personalmässig sehr dezentralisierte Unternehmen seien, würde sich für den Grossteil der Angestellten mit der Fusion gar nichts ändern. «Einen Kulturkampf kann es allerhöchstens für ein paar hundert Mitarbeiter in den zwei Konzernzentralen geben», sagte er. Dieses Problem sei jedoch lösbar. Der Holcim-Präsident sieht in der Fusion eine Möglichkeit, Veränderungen einzuleiten, die sonst nicht vorgenommen würden. (sda)

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