Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

RÜCKZUG: Anti-Doping-Geschäft wurde Toggenburger Firma zu riskant

Das Toggenburger Unternehmen Berlinger produzierte während Jahrzehnten sichere Flaschen für Dopingproben. Nach dem Skandal von Sotschi und Manipulationsversuchen will sich das Familienunternehmen nun auf lukrativere Geschäftsfelder konzentrieren.
Michael Genova
Eine Angestellte konfektioniert Bereg-Kits der Firma Berlinger & Co. AG. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Eine Angestellte konfektioniert Bereg-Kits der Firma Berlinger & Co. AG. (Bild: GIAN EHRENZELLER (KEYSTONE))

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier:<strong><em>www.tagblatt.ch/epaper</em></strong>

Wo immer Sportler auf Doping getestet werden, kommen Kontroll-Fläschchen der Toggenburger Firma Berlinger Special AG zum Einsatz. Am Freitag gab das Technologieunternehmen mit Sitz in Ganterschwil überraschend bekannt, dass es sich im Verlaufe des Jahres aus dem Anti-Doping-Geschäft zurückziehen wird.

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 hätten gezeigt, dass es bei Dopingkontrollen zu Manipulationen kommen könne, sagt Firmensprecher Hans Klaus. «Wir mussten uns deshalb fragen, ob wir in einem Bereich tätig sein wollen, wo ein Risiko zu systematischen Betrügereien bestehe.» Nach einer Risikoabwägung habe der Verwaltungsrat deshalb den Ausstieg aus diesem Geschäftsfeld beschlossen.

«Gefahr eines Reputationsverlusts»

Berlinger will sich in Zukunft auf sein Kerngeschäft konzentrieren, die hightech-basierte Temperaturüberwachung von Kühlketten. Die Firma stellt zum Beispiel Temperaturmessgeräte her, die sicherstellen, dass Impfstoffe korrekt transportiert werden. Laut Hans Klaus handelt es sich weltweit um einen Wachstumsmarkt. Es sei deshalb sinnvoller, Entwicklungsgelder in diesen Bereich zu investieren. Das Geschäft mit Anti-Doping-Kits hingegen sei begrenzt und stark reguliert.

Ebenfalls eine Rolle gespielt habe die Befürchtung, das Anti-Doping-Geschäft könne sich langfristig negativ auf dem Ruf des Unternehmens auswirken. «Die Gefahr eines Reputationsverlusts ist permanent vorhanden», sagt Klaus.

Berlinger hatte in der Vergangenheit mit Manipulationsversuchen zu kämpfen. Kurz vor den Olympischen Winterspielen in Südkorea berichtete das ARD in einem Dokumentarfilm über Probleme mit den Hightech-Flaschen von Berlinger. Daraufhin schickte das Unternehmen ein älteres Modell der Flaschen nach Pyeongchang.

Auswirkungen auf Belegschaft noch unklar

In der Vergangenheit erzielte die Berlinger-Gruppe zwischen 15 und 20 Prozent ihres Umsatzes durch den Verkauf der Anti-Doping-Kits. Der Anteil schwanke und sei auch davon abhängig, wie viele sportliche Wettkämpfe in einem Jahr stattfänden, sagt Klaus.

Ob es wegen des Rückzugs aus dem Anti-Doping-Geschäft zu Entlassungen kommt, ist zurzeit noch unklar. «Wir werden die Situation in den kommenden Wochen und Monaten analysieren.» Zurzeit beschäftigt die Berlinger-Gruppe rund 90 Mitarbeiter.

In Absprache mit der Welt-Antidoping-Agentur WADA wird Berlinger seine Kunden vorerst mit Flaschen für Dopingproben beliefern. So soll die Durchführung von Dopingproben für eine Übergangszeit gesichert werden. Berlinger verfügt im Anti-Doping-Geschäft über einen Marktanteil von 90 Prozent.







Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.