«Rückbesinnung auf die Region»

Für den St. Galler Regierungsrat und Finanzchef Martin Gehrer, der auch im Verwaltungsrat der Kantonalbank sitzt, ist die Trennung von der Hyposwiss Private Bank in Genf und vom Osteuropa- und Lateinamerika-Geschäft am Standort Zürich eine sinnvolle strategische Anpassung.

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Für den St. Galler Regierungsrat und Finanzchef Martin Gehrer, der auch im Verwaltungsrat der Kantonalbank sitzt, ist die Trennung von der Hyposwiss Private Bank in Genf und vom Osteuropa- und Lateinamerika-Geschäft am Standort Zürich eine sinnvolle strategische Anpassung. «Mit Blick auf die Zukunft ist dies positiv zu bewerten», sagt Gehrer. Aufgrund der Veränderungen am Markt im Bereich der Vermögensverwaltung habe die Bank nun eine suboptimale Grösse, weshalb der Schritt sinnvoll sei. Gehrer hofft, dass der Schritt sich auch positiv auf die Reputation der Kantonalbank auswirkt: «Ich habe in der Vergangenheit bei etlichen Gesprächen festgestellt, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht trennen zwischen der St. Galler Kantonalbank und ihrer Tochter Hyposwiss.»

«Nachvollziehbar»

Der freisinnige Kantonsrat und Rechtsanwalt Walter Locher aus St. Gallen betont, dass er zwar die Details nicht kenne, er meint aber, dieser Entscheid sei deshalb grundsätzlich nachvollziehbar, weil die Regulierung im Vermögensverwaltungsgeschäft markant zugenommen habe, was höhere Kosten nach sich ziehe. Locher, Vizefraktionschef der FDP im Kantonsparlament, begrüsst zudem die Fokussierung der St. Galler Kantonalbank auf den regionalen und nationalen Markt. Dies sei ja eigentlich der primäre Geschäftsbereich einer Kantonalbank.

SP bleibt aufmerksam

Monika Simmler, Präsidentin der Sozialdemokratischen Partei des Kantons St. Gallen, begrüsst die von der St. Galler Kantonalbank gestern kommunizierte strategische Anpassung mit dem Fokus auf die Kernmärkte ebenfalls, und zwar ausdrücklich. Dass ihre Partei die Kantonalbank wegen der Hyposwiss seit längerer Zeit stets kritisiert habe, sei ja bekannt. Die SP sei unverändert der Meinung, diese Aktivitäten gehörten nicht zum Kerngeschäft einer Kantonalbank. Dass bei der St. Galler Kantonalbank «jetzt eine Rückbesinnung auf die Region» erfolge, findet Simmler deshalb positiv. Dies bedeute aber nun nicht, dass die SP nicht weiter aufmerksam verfolge, was an Hyposwiss-Geschäften in der Vergangenheit – Stichwort Steuerstreit – allenfalls noch ans Licht komme, sagt die SP-Politikerin. (cla.)