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Ruag produziert in Emmen Raketenteile für Japan

Die Space-Division von Ruag zieht einen zweistelligen Millionenauftrag der japanischen Raumfahrtbehörde an Land. Produziert werden die verschiedenen Teile für eine neue Trägerrakete in Emmen.
Livio Brandenberg
In Emmen gefertigte Raketenverschalungen von Ruag lagern in einer Halle in Zürich (Bild: Alessandro Della Bella / Keystone)

In Emmen gefertigte Raketenverschalungen von Ruag lagern in einer Halle in Zürich (Bild: Alessandro Della Bella / Keystone)

Der Raumfahrtzulieferer Ruag Space liefert neu auch in das Land der aufgehenden Sonne. Die Raumfahrtdivision des Rüstungs- und Technologiekonzerns hat von der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa einen Auftrag er­halten, verschiedene Komponenten für die Trägerrakete H3 zu liefern, wie das Unternehmen mit Schweizer Standorten in Emmen, Zürich und Nyon am Mittwoch mitteilte. Über finanzielle Details zum Vertrag, der mit Mitsubishi Heavy Industries (MHI) abgeschlossen wurde, werden in der Mitteilung keine Angaben gemacht. Auf Anfrage führt Ruag-Sprecherin Katarina Singer allerdings aus, dass es sich um ein «Auftragsvolumen im Bereich einer zweistelligen Millionenhöhe» handelt.

Klar ist weiter, dass die zu liefernden Teile in Emmen produziert werden, wie die Sprecherin bestätigt. Die japanische MHI ist vor allem in der Schwerindustrie, im Maschinenbau sowie in der Luftfahrt- und Elektroindustrie tätig. Zum Grosskonzern gehört aber auch die Motorsparte, also die Produktion von Mitsubishi-Autos.

Versorgung für die Internationale Raumstation

Der Vertrag mit Ruag Space umfasse die Lieferung von Raketenstrukturen und Nutzlastverkleidungen für drei Flüge der zukünftigen Trägerrakete H3, heisst es weiter. Mit den in der Schweiz entwickelten Komponenten, die das oberste Drittel einer Trägerrakete bilden, soll die Nutzlast vor Vibrationen und Umwelteinflüssen beim Start und beim Flug durch die Erdatmosphäre geschützt werden. Unter der Nutzlast versteht man beispielsweise einen Satelliten oder einen Transporter mit Versorgung für die Internationale Raumstation ISS, für welche die Trägerrakete H3 den Angaben zufolge bestimmt ist. Entwickelt werde die Rakete derzeit von der Jaxa und MHI. Der erste Flug ist für 2021 geplant.

Bereits vor diesem Auftrag produzierte Ruag in Emmen die Nutzlastverkleidung der Ariane-Trägerrakete für die Galileo-Satelliten. Diese waren Voraussetzung für das Navigationssystem Galileo, mit dem Europa unabhängiger vom amerikanischen GPS wird. Diese Nutzlastverkleidung bestand aus zwei 17 Meter langen Halbschalen, die sich im All teilen. Diese müssen extremsten Bedingungen standhalten.

Gemäss eigenen Angaben waren Nutzlastverkleidungen von Ruag Space bisher bei fast 300 Raketenstarts an Bord, dabei habe die Erfolgsrate bei 100 Prozent gelegen. Die kleinsten dieser Nutzlastverkleidungen haben demnach einen Durchmesser von 70 Zentimetern, die grössten einen Durchmesser von 5,4 Metern. Alle Teile basieren auf einem Karbonfaser-Verbundwerkstoff.

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