Rollmaterial

Stadler kommt in Schweden zum Zug

Die schwedische Bahngesellschaft Tåg i Bergslagen bestellt beim Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller sieben Doppelstöcker. Der Auftrag ist hereingeflattert, kurz nachdem ein Gericht in Malmö eine andere Order aus Schweden bei Stadler kassiert hatte.

Thomas Griesser Kym
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Visualisierung der Stadler-Doppelstöcker für Tåg i Bergslagen.

Visualisierung der Stadler-Doppelstöcker für Tåg i Bergslagen.

Bild: PD

Mit den sieben neuen Stadler-Doppelstöckern des Typs Kiss will Tåg i Bergslagen fünf ältere x14-Züge ersetzen, welche die Bahngesellschaft als vorübergehende Lösung von der Verkehrsbehörde Östgötatrafik erhalten hat und seither einsetzt.

Diese Züge sollen aus dem Verkehr gezogen werden, sobald die neuen Kiss startbereit sind. Stadler soll den ersten Zug voraussichtlich im Jahr 2022 ausliefern und die Mehrzahl der Fahrzeuge 2023. Bevor der Vertrag unterzeichnet werden kann, gilt es laut Tåg i Bergslagen noch einige Formalitäten zu erledigen.

Ab aufs Abstellgleis

Tommy Levinsson, Chef von Tåg i Bergslagen.

Tommy Levinsson, Chef von Tåg i Bergslagen.

Bild: PD

Tommy Levinsson, Chef von Tåg i Bergslagen, nimmt kein Blatt vor den Mund:

«Es fühlt sich gut an, dass wir am Ziel sind und die x14-Züge in Pension schicken können.»

Kein Wunder: Stadlers Doppelstöcker bieten mit je 333 Sitzplätzen und 25 Klappsitzen eine deutlich höhere Kapazität als das aktuelle Rollmaterial und mehr Komfort.

Die Züge dürften im Stadler-Werk St.Margrethen hergestellt werden

Stadler wird die Züge in der Schweiz herstellen. Als Kompetenzzentrum für Doppelstöcker fungiert das neue Werk in St.Margrethen. Die Kiss sind in der gleichen Ausführung bestellt wie jene, die von der schwedischen Mälab bereits eingesetzt werden. Das werde es erlauben, sich künftig Züge gegenseitig auszuleihen.

Über den Auftragswert sagt Tåg i Bergslagen nichts. Gemessen am Preis der Züge für Mälab ist aber von rund elf Millionen Franken pro Fahrzeug auszugehen, macht bei sieben Zügen annähernd 80 Millionen Franken.

Die Vergabe eines anderen Schweden-Auftrags muss neu aufgerollt werden

Mit den neuen Kiss erweitert Tåg i Bergslagen den Fuhrpark. Das wird die Reichweite erhöhen. Wo die Kiss verkehren werden, sei noch offen. Die alten x14-Züge jedenfalls bedienen hauptsächlich die Strecke zwischen Ludvika und Västerås westlich von Stockholm.

Diesen Monat hat ein Gericht in Malmö einen im Februar 2020 an Stadler erteilten Auftrag aus Schweden für Grossraumzüge wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken kassiert.