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Sika-Gewinn von steigenden Rohstoffkosten geschmälert

Der erste Jahresabschluss seit der Beilegung des Übernahmekampfes brachte dem Baarer Bauchemie- und Klebstoffhersteller Rekordwerte. Wachsen will man weiter, doch vorerst muss Sika eine Grossübernahme verdauen.
Livio Brandenberg
Sika-CEO Paul Schuler an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz in Zürich. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Sika-CEO Paul Schuler an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz in Zürich. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

An der letztjährigen Bilanzmedienkonferenz von Sika war noch vom «Elefanten im Raum» die Rede. Mit diesem aus dem Englischen stammenden Sprachbild wiesen anwesende Analysten damals auf den erbitterten, wie es zu dieser Zeit schien nicht enden wollenden Streit um das Baarer Baustoffunternehmen hin. Das Sika-Management wehrte sich drei Jahre lang gegen einen Verkauf an die französische Saint-Gobain. Zwölf Monate später ist alles anders – oder fast alles. Der Streit wurde im letzten Mai – ohne jedwede Anzeichen im Vorfeld – gelöst, die Erbenfamilie stieg aus und erhielt das ersehnte Geld, Sika konnte sich, mit der ehemaligen Übernahmebedrohung Saint-Gobain als Grossaktionärin, unabhängig halten.

Geblieben sind die Rekordzahlen: Die Baarer präsentierten am Freitag das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte. Dabei stieg der Umsatz um 13,4 Prozent erstmals auf über 7 Milliarden Franken, Sika hatte ein Wachstum von mindestens 10 Prozent angestrebt. Laut CEO Paul Schuler haben alle Regionen weltweit den Umsatz gesteigert. Speziell hervor hob Schuler die Region Nord- und Lateinamerika, welche um fast 12 Prozent wuchs. Nach allen Abzügen blieb ein Reingewinn von 687,1 Millionen Franken, das sind 5,9 Prozent mehr als noch im 2017.

Einigung kostete 24 Millionen

Damit konnte der Gewinn nicht mit dem erneut steilen Anstieg beim Umsatz Schritt halten. Ein Grund dafür waren die steigenden Rohstoffpreise – laut Schuler die höchsten seit Jahren. Doch nicht einfach der Anstieg, sondern «vor allem die Wellenbewegungen», seien das Problem gewesen, so Schuler. Man habe die eigenen Preise mehrmals – durchaus auch stark – angehoben, das letzte Mal im Januar, und Sika werde dies weiter tun. Doch das Vorgehen, über Erhöhungen der Verkaufspreise die «Aufwärtswellen» bei den Rohstoffpreisen aufzufangen, gelang nur beschränkt. Denn die Rohstoffpreise stiegen schneller, als die Verkaufspreise angehoben werden konnten. Konkret musste Sika im vergangenen Jahr für Rohmaterialien 200 Millionen Franken mehr aufwenden, ­während Preiserhöhungen nur 160 Millionen einbrachten.

Auf das Ergebnis drückten auch die Einmalkosten von rund 24 Millionen aus der Transaktion zur Streitbeilegung. Doch die operativen Zahlen des vierten Quartals 2018 kamen vor allem auch wegen des schwächeren Autogeschäfts unter Druck. Sika hat sein Angebot für die Autoindustrie in den letzten Jahren stark ausgebaut. So kaufte man Ende 2017 den deutschen Autozulieferer Faist Chem Tec, ein führender Hersteller von Produkten zur Dämpfung von Körperschall in Fahrzeugen. Sika stellte bereits Produkte zur Dämpfung von Luftschall und der strukturellen Verstärkung von Karosserieteilen her. Ein wichtiger Produktionsstandort von Sika Automotive ist Romanshorn.

Generell konnte Sika im Jahr 2018 im Bereich Automotive weitere Marktanteile hinzugewinnen und erreichte einen neuen Höchstwert bei den bereits für 2019 gebuchten Projekten. Vom Megatrend Elektromobilität werde Sika in der Zukunft überdurchschnittlich profitieren, hiess es am Freitag. Als Beispiel nannte Thomas Hasler, Verantwortlicher des Bereichs Global Business, der vor allem die Automobilindustrie beliefert, den bekanntesten E-Autobauer der Gegenwart: «Tesla hat uns vor zehn Jahren für eine Zusammenarbeit angefragt, wir haben Ja gesagt – heute ist Tesla einer unserer besten zwölf Kunden.»

Ein weiterer Grund für die Verlangsamung im vierten Quartal seien auch die Sonderkosten für die Übernahme von Parex gewesen. Die grösste Akquisition in der über 100-jährigen Geschichte von Sika steht allerdings erst noch bevor: Spätestens bis Ende September will man den 2,5 Milliarden Franken teuren Kauf des französischen Mörtelproduzenten unter Dach und Fach bringen. Weitere Übernahmen seien auch im 2019 nicht ausgeschlossen, sagte Schuler. Doch nicht in dieser Grössenordnung. Denn bevor sich Sika wieder grösseren Übernahmen zuwenden kann, muss erst einmal der Happen ­Parex verdaut werden. So erteilte Schuler den Spekulationen, Sika könnte sich auch das gesamte Bauchemiegeschäft von BASF einverleiben, eine Absage. Die Sika-Aktie, seit Juni 2018 eine Einheitsnamen­aktie, legte am Freitag zu: Sie schloss gut 4 Prozent im Plus bei 134.80 Franken.

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