Rochade bei der VAT Group

Heinz Kundert, Chef des erfolgreichen Hightech-Unternehmens, wechselt wieder in den Verwaltungsrat. Ersetzt wird er durch einen alten Hasen aus der Branche.

Thomas Griesser Kym
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Erst seit 2015 ist Heinz Kundert operativer Chef der VAT Group mit Hauptsitz in Haag, von wo der weltgrösste und hochprofitable Hersteller von Vakuumventilen gesteuert wird. Doch in dieser kurzen Zeit ist viel passiert: 2016 brachten die Beteiligungsfirmen Partners Group und Capvis die VAT Group an die Börse, und das Unternehmen erfreut sich unter der Leitung Kunderts fulminanten Wachstums. Vergangenes Jahr betrug der Umsatz 508 Millionen Franken, gut 50 Prozent mehr als 2013. Die operative Marge wurde kontinuierlich auf über 30 Prozent erhöht. Zudem stieg die Zahl der Beschäftigten um ein paar Hundert auf inzwischen über 1800. Der Aktienkurs hat allein dieses Jahr um über 50 Prozent zugelegt.

«Jetzt kommt der richtige Zeitpunkt», die operative Leitung der VAT in neue Hände zu legen, wird Kundert in der Mit­teilung zitiert. Angestrebt wird ein sanfter Übergang. Im ersten Quartal 2018 soll Mike Allison (54) zu VAT stossen und «nach einer angemessenen Übergangsfrist» Kunderts Nachfolge antreten. Kundert selber und sein Know-how bleiben der VAT indes erhalten: Er kandidiert an der Generalversammlung vom 17. Mai 2018 für den Verwaltungsrat. Im Aufsichtsgremium, das von Martin Komischke präsidiert wird, sass Kundert bereits 2014, im Jahr bevor er VAT-Chef wurde.

Verwurzelt in der Halbleiterbranche

Zu den Hauptkunden der VAT gehört die Halbleiterindustrie, die Vakuumventile benötigt, um Speicherchips unter Reinraumbedingungen produzieren zu können. Und diese Halbleiterindustrie kennt Allison wie seine Westentasche. 2008 heuerte er als Vice President, zuständig für den globalen Verkauf und Service, beim britischen Industrieunternehmen Edwards an. Nach dessen Übernahme 2014 durch die schwedische Industriegruppe Atlas Copco stieg Allison dort zum Chef der Halbleitersparte auf, wo er einen Umsatz von über 1 Milliarde Dollar verantwortete. Dabei habe er «erhebliche Geschäftserfolge» erzielt und dazu beigetragen, dass sich Edwards zu einem der führenden Unternehmen im Halbleiter-Vakuum-Geschäft gewandelt habe. Vor seiner Arbeit bei Edwards war Allison 20 Jahre in führenden Positionen bei KLA-Tencor tätig, einem kalifornischen Ausrüster der Halbleiterindustrie, und davor 2 Jahre und 8 Monate bei Siemens. Komischke geht davon aus, mit Allison «einen perfekten Nachfolger» Kunderts zu haben.

Thomas Griesser Kym