Medien
Ringier übernimmt Westschweizer Tageszeitung "Le Temps"

Ringier übernimmt die Westschweizer Tageszeitung "Le Temps". Die Medienhäuser Ringier und Tamedia hielten bisher beide eine Beteiligung von 46,2 Prozent.

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Le Temps wechselt zu Ringier.

Le Temps wechselt zu Ringier.

Keystone

Die beiden Mehrheitsaktionäre hatten die Westschweizer Traditionszeitung am 8. Oktober zum Verkauf ausgeschrieben. Ein alleiniger Besitzer biete angesichts der Herausforderungen der Medienbranche die besten Voraussetzungen für den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Qualitätszeitung, hiess es in der Begründung.

Bis Ende März konnten Kaufangebote eingereicht werden. Nach einer sorgfältigen Prüfung der Dossiers habe Ringier Interesse an der Übernahme der Beteiligung von Tamedia geäussert, hiess es in einer Mitteilung vom Freitag.

Dies habe zu einer raschen Einigung der beiden Medienhäuser geführt. Die entsprechenden Verträge seien am Donnerstagabend unterzeichnet worden. Minderheitsaktionäre, Management, Redaktion, Kaufinteressen und die Westschweizer Behörden seien (heute) Freitagmorgen informiert worden.

"Herzens-Sache" für Ringier

Der Kaufpreis entspreche der im Vorfeld gemeinsam festgelegten und allen Interessenten mitgeteilten Bewertung, hielt Ringier fest. "Le Temps ist für Ringier eine Herzens-Sache", wird Ringier-CEO Marc Walder zitiert.

Ringier betrachte sich seit je auch als französischsprachiger Verlag, tief verbunden mit der Westschweiz. Seitens der Tamedia liess Verleger und Verwaltungspräsident Pietro Supino verlauten, dass man sich nur ungern von der Beteiligung an "Le Temps" trenne.

Eine Übernahme durch Tamedia hätte nach Angaben Supinos jedoch zu einem langwierigen Verfahren mit der Wettbewerbskommission geführt. Die Übernahme durch Ringier wird nun der Wettbewerbskommission gemeldet und steht unter dem Vorbehalt von deren Zustimmung.

Für die Zeitung hatten sich auch ein Verein der Freunde der Genfer Tageszeitung beworben. Dieser "Cercle des Amis" zählte rund 700 Mitglieder. Ringier wird an einer Medienkonferenz um 12.45 Uhr beim Flughafen Genf über weitere Details der Übernahme informieren.