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Richemont und Swatch könnten Beute von französischen Luxuskonzernen werden

Die Uhrenkonzerne entwickeln sich schwach an der Börse. Sie könnten zu Übernahmezielen von Luxuskonzernen wie Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) werden.
Beat Schmid
Cartier ist die mit Abstand wichtigste in Portefeuille des Genfer Luxuskonzerns Richemont. (Quelle: Getty)

Cartier ist die mit Abstand wichtigste in Portefeuille des Genfer Luxuskonzerns Richemont. (Quelle: Getty)

Diese Woche legten die beiden grössten börsenkotierten Schweizer Luxuskonzerne ihre Zahlen fürs erste Halbjahr ab. Der Tenor unter den Beobachtern war: Swatch und Richemont halten sich überraschend gut. Man befürchtete schlechtere Zahlen, auch wegen der Proteste in Hongkong.

Dennoch: Euphorische Gefühle lösen Marken wie Omega und Cartier bei den Börsianern schon lange nicht mehr aus. Im Vergleich zu den französischen Luxuskonzernen haben die Schweizer den Anschluss verloren. Das zeigt ein Vergleich der Kursentwicklung von LVMH, Richemont und Swatch. Bis ins Jahr 2015 entwickelten sich die drei Luxuskonzerne im Gleichschritt. Danach liess LVMH die Schweizer Konkurrenz stehen.

Die wichtigsten Marken von LVMH sind neben den namensgebenden Louis Vuitton, Moët et Chandon und Hennessy etwa Christian Dior, Givenchy oder Fendi. Dazu gehören auch Uhrenmarken Zenith, Tag Heuer und Hublot sowie die Schmuckmarke Bulgari. Kontrolliert wird der Konzern von Bernard Arnault, der durch den fulminanten Wertanstieg ein Vermögen von 103 Milliarden US-Dollar angehäuft hat, was ihn hinter Amazon-Gründer Jeff Bezos zum zweitreichsten Mann dieses Planeten macht. Und Arnault hat Appetit auf mehr, wie er kürzlich der «Financial Times» sagte: «Wir sind immer noch klein. Wir haben erst angefangen.»

Immer wieder wird Chanel als Übernahmeziel herumgereicht. Doch besser könnte Richemont passen. «Dabei entstünde der alles dominierende Luxus-Grüter-Gigant, der von niemandem mehr eingeholt werden könnte», schreibt der Analyst Luca Solca vom US-Vermögensverwalter Alliance Bernstein. Vor allem könnte Arnault mit diesem Schritt seinen ewigen Rivalen François Pinault von Kering ein für alle Mal in die Schranken weisen, mit dem er sich eine epische Übernahmeschlacht um Gucci lieferte, die er jedoch verlor. LVMH wäre mit dem Zusammenschluss 3,5 Mal grösser als der Kering.

Das High-End-Segment ist das schwächste Glied von LVMH. Mit einem Zusammenschluss mit Richemont kämen Marken wie Cartier, Van Cleef & Arpels sowie weitere Luxusuhrenmarken hinzu wie Jaeger Le Coultre hinzu. Es entstünde eine Gruppe, die in fast allen Luxussegmenten eine führende Rolle spielte, schreibt Analyst Solca.

Beide Konzerne werden von den Familien kontrolliert, was den Vorteil hätte, dass beide Anteile im fusionierten Unternehmen behalten könnten. Aufgrund der Kräfteverhältnisse wäre klar, dass Arnault auch künftig das Sagen hätte. Bernstein-Studie wäre ein Richemont-LVMH-Deal einiges besser, als wenn Arnault Hermès oder Chanel aufkaufen würde, da die beiden sehr zu teuer wären und das Portfolio nicht ideal ergänzen würden.

Übernahmewelle in der Welt des Luxus bahnt sich an

In der Luxus-Industrie bahnt sich eine Übernahmewelle an. Könnte dabei auch die Bieler Swatch-Gruppe gefressen werden? Zwar kann der Konzern mit den Marken Omega und Breguet ohne die Zustimmung der Hayek-Familie nicht übernommen werden, doch der Druck auf die Aktienperformance steigt dennoch. Wie sehr, zeigte sich diese Woche, als Swatch angekündigt hatte, die Marge zu verbessern, und damit die Finanzanalysten entzückte. «Das stimmt uns positiv», schreibt die ZKB in einem Kommentar. Dass der Chef der unternehmensweiten Rechnungsprüfung in die Konzernleitung berufen wurde, sei ein «starkes Indiz, dass es der Bieler Konzern ernst meint».

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