Rhomberg übernimmt Urech

Die Marbacher Rhomberg Schmuck erschliesst neue Märkte und kauft Urech Neuchâtel. Im Zuge der Transaktion wird ein Teil der Stellen bei Urech abgebaut.

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MARBACH. Die Rhomberg Schmuck AG aus Marbach hat im Dezember 2015 die Urech Neuchâtel SA mit Sitz in Neuenburg gekauft, die im Uhren- und Schmuckhandel tätig ist. Rhomberg Schmuck war bisher nur in der Deutschschweiz mit derzeit 39 Filialen vertreten, wie es beim Unternehmen auf Anfrage hiess. «Der Kauf von Urech eröffnet die Möglichkeit, mit einem gut in der Westschweiz verankerten Unternehmen auch in diesem Landesteil Fuss zu fassen», hält Hans Frei, Vizepräsident der Rhomberg Schmuck, fest.

Filialnetz soll wachsen

Die gute Position von Urech in der Westschweiz solle gestärkt werden – «durch den sukzessiven Ausbau des Filialnetzes von Urech». Eine erste neue Urech-Filiale werde bereits Ende April in Biel eröffnet. Gleichzeitig liefen Abklärungen für weitere 10 bis 12 Standorte.

Die Gewerkschaft Unia der Region Neuchâtel mit Regionalsekretärin Catherine Laubscher kritisiert in einem Communiqué allerdings einen Abbau von bis zu 15 Stellen bei Urech. Dabei sei es zu Kündigungen gekommen. Kritisiert wird, dass es sich dabei um eine «Salamitaktik» handle. Im Grundsatz gehe es um eine Massenentlassung.

Wie Frei dazu erklärt, sollen durch den Kauf von Urech Synergien genutzt und Doppelspurigkeiten abgebaut werden. Aus diesem Grund sei der Sitz der Gesellschaft nach Marbach verlegt worden. «Bereits beim Kauf war klar, dass die Einkaufs- und Marketingabteilung von Urech aufgelöst wird, nachdem die Rhomberg Gruppe mit der Rhomberg Jewelry AG eine eigene Einkaufsgesellschaft hat und das Marketing für die ganze Gruppe effizienter aus einer Hand in Marbach erbracht werden kann.» Dies habe noch im Dezember sechs Kündigungen zur Folge gehabt. Andere Entlassungen seien noch keine geplant gewesen, «da Rhomberg das neue Unternehmen ja erst kennenlernen musste». Laut Rhomberg zeigte sich, dass Urech im logistischen Bereich (Lagerbewirtschaftung und Versand) schlecht aufgestellt gewesen sei. Demgegenüber sei Rhomberg in Marbach «logistisch auf dem neuesten Stand». Ende Januar sei beschlossen worden, das Lager nach Marbach zu zügeln. «Dies führte leider zu weiteren sechs Kündigungen.»

Unterschiedliche Ansichten

Die Integration selber sei erfolgreich verlaufen. Die Unia pocht indes auf ein Konsultationsverfahren, weil es sich um eine Massenentlassung handle. Entgegen der Meinung von Unia handle es sich nicht um eine Massenentlassung, sagt hingegen Frei. Die gesetzlichen Kriterien dafür würden nicht erfüllt. «Zur Zeit sind auch keine weiteren Entlassungen geplant.» Jedoch müssten auch in Zukunft sich aufzeigende Synergien genutzt werden. (T.F.)