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RHEINTALER WIRTSCHAFTSFORUM: Kinder ohne Berufe

Was die Schweiz an der EU hat, erklärt Bundesrätin Doris Leuthard. Topmanagerin Barbara Kux spricht von Kindergärtlern, die einst Jobs haben werden, die es heute noch gar nicht gibt.
Christof Lampart
Multi-Verwaltungsrätin Barbara Kux (rechts) mit Moderatorin Susanne Wille Fischlin am Rheintaler Wirtschaftsforum. (Bild: Benjamin Manser)

Multi-Verwaltungsrätin Barbara Kux (rechts) mit Moderatorin Susanne Wille Fischlin am Rheintaler Wirtschaftsforum. (Bild: Benjamin Manser)

Christof Lampart

Ein «klassischer Patron», der vorwärtsdenke, Mut aufbringe und stets das Herz auf dem rechten Fleck habe – so würdigte Bundesrätin Doris Leuthard am Rheintaler Wirtschaftsforum Arthur Philipp. Der Träger des diesjährigen «Preises der Rheintaler Wirtschaft» (siehe Kasten) sei ein Mann, der exemplarisch für jene traditionellen Werte der Schweiz stehe, welche dieser einen weltweit guten Ruf eingebracht hätten. Die Schweiz stehe auch heute in den verschiedensten Zweigen oft in den Top 3, sagte Leuthard gestern am Rheintaler Wirtschaftsforum in Widnau. Damit dies auch so bleibe, müsse man alles tun, um weiterhin Zugang zu den Weltmärkten sowie den Bildungs- und Forschungssystemen zu haben.

Deshalb seien die seit 1990 regelmässig gezahlten Kohäsionsmilliarden an die EU wichtig. Diese seien der Preis dafür, dass «wir weiterhin gut mit dem europäischen Raum verknüpft sind», sagte die Bundesrätin. Ein Abseitsstehen könne sich die Schweiz nicht leisten, denn «62 Prozent unserer Exporte gehen in den EU-Raum, und die Auftragsbücher in praktisch allen EU-Mitgliedstaaten sind aktuell voll». Leuthard nannte auch Zahlen: «2016 hatten wir einen Rekordhandelsüberschuss von 35 Milliarden Franken. 2017 scheint wieder ein Rekordjahr zu werden, und für 2018 sieht es auch nicht schlecht aus.» Dies auch punkto Beschäftigung: «Ich denke, wir können uns im Jahr 2018 auf eine Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent einstellen; das ist praktisch Vollbeschäftigung», sagte Leuthard. Die Schweiz müsse nun schnell zwei Probleme lösen: die Aufgleisung einer neuen Unternehmenssteuerreform und einer Reform der Altersvorsorge.

«Mehr Mobiltelefone als Zahnbürsten»

Barbara Kux, Multi-Verwaltungsrätin und Lehrbeauftragte an der Universität St. Gallen, empfindet die gegenwärtigen globalen wirtschaftlichen Veränderungen als eine Art «tektonischen Wandel». Denn «es sind Verschiebungen im Gange, die, wie in der Geografie, nicht mehr zurückkommen».Umso wichtiger sei es, dass sich die Ökonomie der Nachhaltigkeit verpflichte, denn die nach wie vor wachsende Menschheit konsumiere viel zu viel: «Wir verbrauchen Ressourcen, die jenen von 1,6 Erden entsprechen», warnte Kux. Zugleich wandle sich die Wirtschaftswelt rasant. «85 Prozent aller Kinder, die heute den Kindergarten besuchen, werden dereinst einen Beruf lernen, den es heute noch gar nicht gibt.» Und noch etwas sei vor wenigen Jahren anders gewesen: «Die Menschheit besitzt heute mehr Mobiltelefone als Zahnbürsten.»

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