Rettung kurz vor Super-GAU

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Finanzkrise Auch wenn es Anfang 2007 bereits Zeichen gab, dass die US-Hypothekenkrise zur globalen Gefahr werden könnte, so kam der Auslöser zur weltweiten Finanzkrise so überraschend wie plötzlich. Am 9. August 2007 meldete die französische Bank BNP Paribas, dass drei Anlagefonds im Wert von 1,5 Milliarden Euro vom Handel ausgesetzt würden. Die Bank konnte wegen der US-Hypothekenkrise den Wert der Fonds nicht mehr berechnen.

Die Meldung führte zu einer verheerenden Kettenreaktion. Weltweit mussten Banken ähnliche Fonds schliessen. Auf den Hypothekarbeständen kam es zu Milliardenabschreibungen. Voll getroffen wurden auch UBS und Credit Suisse, die hohe Quartalsverluste auswiesen. Die Börsenkurse rasselten in den Keller. Zu einem Symbol der Finanzkrise wurde die US-Investmentbank Lehman Brothers, die am 15. September 2008 pleite ging.

Die Banken trauten einander fortan nicht mehr und liehen sich kein Geld mehr. Es folgte die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit. Crash-Propheten rechneten damals mit dem Super-GAU: dem Zusammenbruch des weltweiten Finanz- und Zahlungssystems.

Regierungen retteten Banken und die Wirtschaft

Verschiedene Banken mussten vom Staat gerettet werden, so auch die UBS. Regierungen schnürten Finanz- und Konjunkturpakete in beispiellosem Ausmass: Sie fluteten die Märkte mit Geld, kauften Ramschpapiere auf, gaben Garantien ab. Als Konsequenz wurden die Regulierungen und Eigenmittelvorschriften verschärft.

Ob die strengeren Regeln für die Banken heute genügen, um eine nächste Krise zu überstehen, darüber streitet sich die Fachwelt. Klar ist, dass durch die Rettungsaktion die Schulden der Staaten massiv gestiegen sind. Schlechte Voraussetzungen für eine mögliche nächste Krise. (eme)