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RESTRUKTURIERUNG: Die neue Arbonia wird sichtbar

Die Thurgauer Arbonia zeigt sich nach unruhigen Vorjahren gefestigt. Sie verbessert 2017 als Gebäudezulieferer die Geschäftszahlen erneut und zementiert ihren Führungsanspruch in Europas Markt.
Thorsten Fischer
Die in Arbon beheimatete, international tätige Arbonia-Gruppe schöpft Zuversicht. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die in Arbon beheimatete, international tätige Arbonia-Gruppe schöpft Zuversicht. (Bild: Hanspeter Schiess)

Thorsten Fischer

Wenn bei einem Gebäude der Grossteil des Umbaus erledigt ist, kommt der Zeitpunkt, an dem die Gerüste abmontiert werden. Die neue Struktur wird sichtbar – und es zeigt sich, ob die Sanierung gelungen ist. Genau in dieser Phase befindet sich auch die aus einer Restrukturierung kommende Gruppe Arbonia. Der Thurgauer Gebäudezulieferer hatte unter der Leitung von Alexander von Witzleben 2015 begonnen, sich konsequent auf bestimmte Kernsegmente auszurichten – Heizung-Lüftung-Klima (HLK), Sanitär, Fenster und Türen.

Die nun an der Bilanzmedienorientierung vorgelegten Gewinnzahlen bekräftigen, was sich bereits in den zuvor publizierten Umsatzzahlen abgezeichnet hat: Die Fortschritte werden handfester, der Umbau ist auf gutem Weg. So beträgt der Gruppengewinn 2017 (nur aus den fortgeführten Bereichen, einschliesslich Einmaleffekten) 38 Millionen Franken. Im Jahr davor waren es erst 5 Millionen. Der Umsatz erreichte 1,25 Milliarden Franken (siehe Tabelle). Ebenso wichtig: Die Verschuldung wurde deutlich von 225 Millionen auf 43 Millionen Franken reduziert.

Vermehrt aus eigener Kraft

Es ist freilich nicht der erste Umbau des traditionsreichen Ostschweizer Unternehmens. Einst erzielte Erfolge hatten sich in den Vorjahren rasch verflüchtigt. Dass sich die Arbonia dieser wechselhaften Geschichte bewusst ist, zeigt der Blick in den druckfrischen Geschäftsbericht. Dort sind Schlagzeilen der ­Medien aus früheren Jahren zu finden, welche das Auf und Ab ­dokumentieren, aber auch die Schlussfolgerung stützen: «Die Arbonia ist auf Kurs.»

Ziel bleibt es, sich als ein führender Gebäudezulieferer in Europa zu behaupten, bekräftigte der jetzige Arbonia-Chef von Witzleben gestern vor den Medien und Analysten. Die Entwicklung dorthin sieht Finanzchef ­Felix Bodmer durch ein weiteres Indiz untermauert. 2017 sei die Gruppe erstmals seit langem aus eigener Kraft gewachsen. Konkret schaffte sie ein Plus von 2,6 Prozent. Eine richtungsweisende Zahl, speziell inmitten der Datenfülle des abgelaufenen Geschäftsjahrs: Je nachdem, welche Firmenverkäufe und Übernahmen aus jüngerer Zeit man einrechnet, variieren die Zahlen für diese Periode.

· Die Division Gebäudetechnik – seit diesem Jahr neu in zwei getrennten Bereichen Heizung-Lüftung-Klima sowie Sanitär unterwegs – setzte 2017 insgesamt 555 Millionen Franken um. Das Geschäftsjahr der Division war geprägt von starken Rohmaterialpreissteigerungen, besonders bei Stahl. Inzwischen steht fest, dass das angekündigte neue Flachheizkörper-Werk in Russland 2019 in Betrieb gehen wird. Weil Arbonia dann vor Ort produziert, hofft sie, den dortigen Absatz der Heizkörper wieder deutlich steigern zu können. Während produktseitig bei Neubauten im hiesigen Markt Bodenheizungen zulegen, bleiben in Russland die Flachheizkörper beliebt.

· Die Division Fenster konnte den Umsatz mit 351 Millionen halten. Die mittelfristige Absicht ist es, im umkämpften europäischen Fenstermarkt deutliche Marktanteile zu gewinnen und überdurchschnittlich profitabel zu sein. Dazu gehört das Hochfahren der Holz/Aluminium-Fensterproduktion im deutschen Langenwetzendorf sowie die Isolierglasfertigung im slowakischen Pravenec. Ende 2018 sollte die Transformation weitgehend abgeschlossen sein. In der Fensterdivision waren über die letzten Jahre 240 Vollzeitstellen bei Ego-Kiefer in Altstätten von der Verlagerung ins kostengünstigere Ausland betroffen.

· Die Division Türen erzielte einen Umsatz von 416,5 Millionen Franken. Sie stand im Zeichen der Integration von Prüm, Garant und Invado ins Unternehmen. Zunächst wurde das Sicherheitstürensortiment der RWD Schlatter in Roggwil um traditionelle Innentüren von Prüm erweitert. Indem die Einkaufsvolumen von Prüm, Garant und RWD Schlatter zusammengelegt und neu verhandelt wurden, konnten zudem signifikante Einsparungen im Einkauf von RWD Schlatter erzielt werden, schreibt Arbonia.

Den ganz Grossen Paroli bieten

Die neue Arbonia setzt strategisch auf eine überschaubare Zahl von Standorten, die zentral gelegen und hochmodern sind. Damit soll der grossen, aber verzettelten europäischen Konkurrenz erfolgreich Paroli geboten werden. In die gruppeneigenen Kompetenzzentren wird zugleich investiert. Pläne hat Arbonia beispielsweise für ihre italienische Lüftungsspezialistin Sabiana in Corbetta in der Lombardei.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Arbonia-Spitze ein organisches Wachstum von 3 Prozent. Im Frühjahr 2019 soll dann erstmals wieder eine Dividende – in diesem Fall für 2018 – ausgeschüttet werden. Auch das zeugt vom aktuellen, nachhaltigen Denken: Zwar hat sich die Lage bereits im vergangenen Jahr etwas verbessert. Doch bis der grosse Umbau nicht komplett ist und weitere Investitionen anstehen, wird nichts überstürzt.

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