Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Renditeanstieg belastet Aktien

Börsenspiegel
Santosh Brivio

Die Renditen für Staatsanleihen haben letzte Woche deutlich angezogen. So schnellte etwa die Bundrendite und die Rendite der britischen Gilts um mehr als 20 Basispunkte nach oben und notiert damit auf dem höchsten Stand seit März. Bei den britischen Anleihen folgte der Renditeanstieg auf die Kehrtwende des Bank of England Gouverneurs Mark Carney, der eine behutsame Straffung der Geldpolitik nun möglicherweise doch für notwendig hält.

Die Zinsen der Anleihen aus der Eurozone gründeten ihren Anstieg in der ungewöhnlich optimistischen Rhetorik Mario Draghis. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) zeigte sich zunehmend zuversichtlich, dass sich sowohl die Wirtschaft als auch die Inflation in der Währungsunion zusehends in die gewünschte Richtung bewegen würden. Die zuletzt enttäuschenden Inflationsdaten seien gemäss Draghi lediglich auf vorübergehende Faktoren zurückzuführen. Draghis Äusserungen führten im Vergleich zu seinen Eurozonen-Pendants zu einem deutlich geringeren Renditeanstieg bei den zehnjährigen Eidgenossen – mit dem sehnlichst erwünschten Effekt, dass sich durch die aus­geweitete Zinsdifferenz der Franken zum Euro spürbar abschwächte.

Rückenwind für den Euro

Verdichtet sich die EZB-Rhetorik weiter in Richtung eines Normalisierungsbeginns der Geldpolitik, sollte dies dem Euro weiter Rückenwind verschaffen und beim Euro-Franken-Kurs die magische Marke von 1.10 ohne (umfangreiche) Devisenmarktinterventionen der Schweizerischen Nationalbank in baldige Reichweite bringen.

Belastend hingegen wirkt sich dieser Anstieg bei den Zinsen für die Aktien aus. So gaben die Aktienkurse trotz unverändert guter Konjunkturindikatoren für die Eurozone vielerorts nach. Dabei zählte der SMI noch zu jenen Indizes, die am besten abschnitten. Dem Schweizer Leitindex kommt der deutliche Kursgewinn bei Indexschwergewichten zugute. Doch auch der leichte zins­induzierte Gegenwind kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das zu Ende gegangene erste Halbjahr für die Aktien als äussert erfreulich bezeichnet werden kann. Die Performance der Indizes dies- und jenseits des Atlantiks liegt deutlich über dem langjährigen Durchschnitt der vergangenen ersten Semester.

Auch wenn sich eigentliche Kursfeuerwerke nicht abzeichnen, sollten angesichts des insgesamt weiterhin historisch tiefen Zinsniveaus sowie der sich weiterhin erholenden Eurozonen-Wirtschaft insbesondere europäische und Schweizer Aktien nach wie vor konjunkturell unterstützt bleiben.

Santosh Brivio

Senior Investment Specialist

Raiffeisen Schweiz

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.