Rekordzahl an Stellen geschaffen

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InvestitionenTrotz der drohenden Abschaffung von Steuerprivilegien haben ausländische Firmen letztes Jahr in der Schweiz eine Rekordzahl von 3416 Stellen geschaffen. Die meisten Direktinvestitionen stammen von US- und von deutschen Unternehmen. Allein 2000 Arbeitsplätze entstanden im Umfeld von Forschung und Entwicklung, wie die Beratungsfirma EY ermittelt hat. Dies spreche für die ausgezeichnete Qualität der Schweiz als Innovationsstandort und das hohe Ausbildungsniveau.

Allerdings war die Schaffung eines Grossteils der neuen Stellen ein paar Konzernen zu verdanken. Einen grossen Hunger nach Personal hat etwa Google. Die EY-Berater rechnen nächstes Jahr mit weniger neuen Jobs und sehen keinen Grund zur Euphorie. Denn trotz vieler neuer Stellen ging die Zahl der Investitionsprojekte in der Schweiz letztes Jahr von 90 auf 88 zurück. Wegen des starken Frankens sei die Zahl der Investitionsprojekte schon lange sehr tief und unter dem Niveau von vor der globalen Finanzkrise, sagt Marcel Stalder, Leiter EY Schweiz. Am meisten investierten die Deutschen (24 Projekte), gefolgt von den USA, Frankreich, Grossbritannien und China.

Rechtssicherheit als zentrales Gut

Im Gegensatz zur Schweiz verzeichneten andere europäische Länder seit der Finanzkrise eine steigende Zahl von Investitionsprojekten. Fazit von EY: «Die meisten Rahmenbedingungen in der Schweiz sind nach wie vor gut, trotzdem ist die Attraktivität für Direktinvestitionen relativ zu den anderen europäischen Ländern gesunken.» Abschreckend für Investoren seien die Ungewissheit nach dem Nein des Stimmvolks zur Unternehmenssteuerreform III, die Annahme der Minder- und der Masseneinwanderungs-Initiative oder die Aufhebung des Bankgeheimnisses. Rechtssicherheit ist laut EY entscheidend für künftige Ansiedlungen. Nicht förderlich sei es, wenn das stabile Verhältnis zur EU in Frage gestellt würde – sei es durch Volksinitiativen oder andere politische Vorstösse.

Schweizer Firmen ihrerseits blieben die Nummer sechs der wichtigsten Investoren in Europa mit 289 Direktinvestitionsprojekten. An der Spitze blieben die USA vor Deutschland. China hat die Schweiz knapp überholt. (sda)

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