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REISEN: Hotelplan kippt Delfinshows aus den Katalogen

Der Schweizer Reiseveranstalter will ein Zeichen gegen Tierquälerei setzen. Künftig werden Angebote mit in Gefangenschaft lebenden Delfinen und Walen nicht mehr aktiv verkauft. Dies soll ein erster Schritt sein.
Dominik Buholzer
Delfin fängt einen Ball während einer Show in einem französischen Meerespark. (Bild: Loic Venance/AFP (Port-Saint Père, 14. Oktober 2017))

Delfin fängt einen Ball während einer Show in einem französischen Meerespark. (Bild: Loic Venance/AFP (Port-Saint Père, 14. Oktober 2017))

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: www.tagblatt.ch/epaper

Der Besuch der Delfinshow im Loro Parque auf Teneriffa oder die Bootstour zur Dolphin Bay in Dubai: Beides gilt als Highlight, wenn man den Kundenrezensionen auf Bewertungsportalen wie Tripadvisor glauben will. Bei Hotelplan Suisse will man künftig von solchen Angeboten Abstand nehmen.

Konkret werden mit dem Beginn des neuen Geschäftsjahres im kommenden November keine neuen Angebote mehr mit Delfinen oder Walen, die in Gefangenschaft leben, in den Katalogen und online aufgeführt. Gleichzeitig werden auch keine Tickets mehr zu Shows mit Meeressäugern angeboten. In diesen Tagen will der Veranstalter über einen entsprechenden Beschluss informieren. «Wir setzen uns für Nachhaltigkeit ein und wollen damit ein weiteres Zeichen setzen», sagt Michèle Hungerbühler, Verantwortliche Nachhaltigkeit bei Hotelplan Suisse. Auch stelle man ein Umdenken bei den Kunden fest, so Hungerbühler weiter: «Es gibt eine wachsende Zahl an Personen, die sich über solche Angebote stört.»

Mitarbeiter werden speziell geschult

Allerdings: Ganz verschwinden werden die Angebote nicht. Wer explizit einen Ausflug zu einer Delfinshow wünscht, kann dies weiterhin über Hotelplan Suisse buchen. Allerdings werden die Mitarbeiter die Kunden künftig auf die Probleme bei der Haltung der Tiere aufmerksam machen. Auch Hotels mit Delfinarien werden nicht komplett aus dem Programm gestrichen. «Die Delfinarien werden zwar von den Hotels geführt, müssen aber von Hotelgästen nicht besucht werden, wenn sie dies nicht wünschen. Es können ebenfalls Nicht-Hotelgäste diese Delfinarien besuchen. Wir machen unsere Kunden darauf aufmerksam. So können sie ein anderes Hotel reservieren», sagt Hungerbühler. Per sofort werden keine solchen Angebote neu aufgenommen. Dazu werden in den kommenden Monaten die Mitarbeitenden der Migros-Tochter von Vertretern der Meeres- und Tierschutzorganisation Ocean Care geschult. Und um Kunden für die Problematik zu sensibilisieren, wird bei allen Hotels, die Meeressäuger gefangen halten, ein entsprechender Hinweis beim Angebot angebracht. Online ist dies bei hotelplan.ch bereits umgesetzt, bei travelhouse.ch, der anderen Marke des Veranstalters, folgt dies noch. Im Weiteren wird in den Katalogen im allgemeinen Teil auf der Nachhaltigkeitsseite neu ein Hinweis darauf angebracht.

Bei Ocean Care ist man sehr erfreut über die Zusammenarbeit. «Hotelplan Suisse setzt ein Zeichen, das man nicht unterschätzen darf», sagt Sandra Ludescher, Kommunikationsleiterin der Tierschutzorganisation. Das Unternehmen biete damit die Möglichkeit, dass eine breite Masse auf das Problem aufmerksam gemacht werden könne. Denn Delfine lebten in Gefangenschaft unter Dauerstress, es fehle ihnen an Rückzugsmöglichkeiten. In der Wildnis würden Delfine täglich bis zu 100 Kilometer zurücklegen und mehrere hundert Meter tief tauchen. Dies sei in Gefangenschaft nicht möglich.

Delfintherapien: Wirkung ist nicht belegt

Froh ist Ludescher, dass auch die Schwimmprogramme sowie die Delfintherapien zur Diskussion gelangen. Dies seien zwar heikle Themen, aber der direkte Kontakt zwischen Mensch und Tier berge ein beachtliches Risiko für Verletzungen und Übertragung von Krankheiten. «Die Wirksamkeit von Delfintherapien ist bislang wissenschaftlich nicht belegt. Es gibt zudem Alternativen mit domestizierten Tieren, die natürlich auch immer genau geprüft werden müssen», sagt Ludescher. Gerade deshalb sei es wichtig, dass die Mitarbeitenden von Hotelplan Suisse entsprechend geschult werden können.

In der Schweiz fand im Oktober 2013 die letzte Delfinshow statt. Das eidgenössische Parlament hatte im Mai 2012 ein Importverbot von Delfinen beschlossen.

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