Reiseflughöhe nach Steigflug erreicht

Die Ostschweizer Wirtschaft erholt sich. Ende 2010 zeigte sie sich in einer robusten Verfassung. Und weil der Ostschweizer Konjunkturindex im positiven Bereich liegt, hält die Erholung an.

Stefan Borkert
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St. Gallen. Urs Schönholzer, Partner des Ostschweizer Beratungsunternehmens ecopol ag, hat die Konjunktur für die Ostschweiz analysiert. Auch wenn die Kapazitätsauslastung in der Industrie immer noch unter dem langjährigen Durchschnitt liege, würden sich die meisten Betriebe mit der Geschäftslage zufrieden zeigen. Die Bauwirtschaft, so Schönholzer, blicke auf ein umsatzstarkes Jahr 2010 zurück.

Gerade die Bauwirtschaft gebe sich für das kommende Jahr angesichts der tief bleibenden Zinsen und der Aussicht auf weiterhin gut gefüllte Auftragsbücher zuversichtlich.

Starker Franken bremst

Der Detailhandel konnte zum Jahreswechsel von einem guten Weihnachtsgeschäft profitieren. 2011 stehe der Ostschweizer Wirtschaft aber eine Konjunkturabkühlung bevor, prognostiziert Schönholzer.

Im vergangenen Jahr sei die Schweizer Wirtschaft mit voraussichtlich 2,7 Prozent deutlich stärker gewachsen, als man noch letzten Winter erwarten durfte. Nach einer Phase lebhaften Wachstums würden sich die Anzeichen verdichten, dass sich der starke Franken zunehmend negativ auf die Schweizer Exporte auswirke. Dem stehe allerdings eine robuste Binnennachfrage gegenüber.

Der Ostschweizer Konjunkturindex liege nach wie vor im positiven Bereich und lasse eine weitere schrittweise Erholung der Ostschweizer Wirtschaft erwarten. Die Ostschweizer Industrie sei nach einem rasanten Steigflug auf der vorläufigen Reiseflughöhe angekommen und tendiere zum Jahreswechsel seitwärts, umschreibt Schönholzer die Situation.

Aussichten für 2011

Für 2011 werde das internationale Umfeld für viele Ostschweizer Unternehmen herausfordernd bleiben. Doch für eine Krise gibt es keine Anzeichen. Denn auch im Export wird sich die Lage eher wieder verbessern. Urs Schönholzer: «Wir rechnen allerdings damit, dass der Franken im Verlauf des Jahres gegenüber dem Euro an Stärke verlieren wird.» Ausserdem profitiere die Ostschweiz von der guten Konjunkturentwicklung und der damit einhergehenden erhöhten Nachfrage aus Deutschland.

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