Ramseier wächst an Tankstellen

Der Getränkehersteller Ramseier hat 2015 mehr Apfelsaft und Mineral verkauft. In den Beizen hapert es, dafür steigt der Absatz in Tankstellenshops.

Rainer Rickenbach
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SURSEE. Es war ein langer und heisser Sommer – und damit ein durstiger. Vor diesem Hintergrund gelang es dem Surseer Getränkhersteller Ramseier mit 280 Mitarbeitenden, 2015 den Umsatz um 1,5% auf 157,5 Mio. Fr. zu steigern. In den vier Schweizer Produktionsbetrieben in Sursee, Kiesen, Hochdorf und Elm wurden 189 Millionen Einheiten der Marken Ramseier, Sinalco und Elmer sowie Handelsmarken für Drittkunden hergestellt – für internationale Grosskonzerne ebenso wie zum Beispiel Bier für Volg und Landi, die wie Ramseier zur bäuerlichen Genossenschaft Fenaco gehören.

In der Gastronomie verharrte der Umsatz trotz Sommerhitze auf Vorjahresniveau. «In den Berggebieten bekamen wir die Tourismusflaute wegen des schwachen Euro zu spüren. Das drückt auf den Umsatz der Gastrobetriebe», sagt Ramseier-Sprecher Jürg Emmenegger. Im Detailhandel dagegen stieg der Umsatz um 4%. Renner unter den Abnehmern sind die Tankstellenshops. Bloss jeder fünfte Kunde verbindet Tanken mit dem Einkauf dort, die übrigen vier von fünf Konsumenten brechen nur wegen des Einkaufs zu einem Tankstellenshop auf.

In den drei eigenen Mostereien hat Ramseier 42 000 Tonnen Mostobst verarbeitet, mehr als die Hälfte der Schweizer Ernte (77 000 Tonnen). In die Mosterei in Sursee wurden 6 Mio. Fr. investiert. Grösste Mosterei ist aber die Ramseier Aachtal AG in Oberaach bei Amriswil, ausgestattet mit sechs Pressen und modernen Tanklagern. «Die Ostschweiz hat in der Mostverarbeitung eine lange Tradition und ist darum ein wichtiger Standort für Ramseier», sagt Emmenegger.