Raiffeisens Verbandelung mit Avaloq

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Software Im Rahmen des Projekts «Rainbow» liefert der Zürcher Bankensoftwareentwickler Avaloq die neue Kernbankenlösung für Raiffeisen Schweiz. Ursprünglich hätten, nach zweieinhalb Jahren Vorbereitungszeit, sämtliche 255 Raiffeisenbanken zum vergangenen 1. Januar auf die neue Plattform wechseln sollen. Doch dann wurde die Migration auf diesen Zeitpunkt zunächst auf 60 Banken reduziert, und im Endeffekt führten auf das neue Jahr hin lediglich 22 Banken die Kernbankenlösung namens ACS (Arizon Core System) im Rahmen eines Pilotversuchs ein. Dieser aber hat seine Tücken, wie Probleme bei der Berechnung der Hypothekarzinsen und bei der Vergabe von Hypotheken zeigen.

Für das Projekt gründeten Raiffeisen und das Fintechunternehmen Avaloq ein Joint Venture namens Arizon, und Raiffeisen beteiligte sich Ende 2015 an der Avaloq AG mit 10 Prozent. In jüngerer Zeit aber hat die Genossenschaftsbank begonnen, ihre zahlreichen Beteiligungen aus der Ära ihres früheren Chefs Pierin Vincenz zu entflechten. So kündigte Raiffeisen Mitte November 2017 an, ihren 10-Prozent-Anteil an Avaloq nach knapp zwei Jahren «mit Gewinn» an die US-Beteiligungsfirma Warburg Pincus zu verkaufen, die damit neu 45 Prozent an Avaloq hält. Die übrigen 55 Prozent gehören den Mitarbeitenden, dem Mana­ge­ment und Firmenchef Francisco Fernandez. Zudem übernimmt Avaloq per 1. Januar 2019 Raiffeisens 51 Prozent an der Arizon Sourcing AG und wird deren Allein­aktionärin. Die gut 300 Arizon-Stellen sollen erhalten bleiben.

Mit Arizon hat Raiffeisen einen Servicevertrag bis Ende 2024 vereinbart, der den Betrieb, die Weiterentwicklung der Bankenplattform sowie Abwicklungsdienstleistungen umfasst. Damit werde, so Raiffeisen vergangenen November, die Zusammenarbeit mit Avaloq «in ein reines Kunden-Lieferanten-Verhältnis» überführt. (T. G.)