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Reformprogramm: Raiffeisen bastelt an seinen Strukturen und Regeln

Die Bankengruppe findet einen neuen Leiter für das Departement Risiko & Compliance und schlägt erste Pflöcke ein für das künftige Zusammenspiel zwischen der Zentrale und deren Eigentümern, den Raiffeisenbanken.
Thomas Griesser Kym
Wollen und müssen Raiffeisen Schweiz umbauen: Bankchef Heinz Huber (links) und Verwaltungsratspräsident Guy Lachappelle. (Bild: Walter Bieri/Keystone)

Wollen und müssen Raiffeisen Schweiz umbauen: Bankchef Heinz Huber (links) und Verwaltungsratspräsident Guy Lachappelle. (Bild: Walter Bieri/Keystone)

Früher war die Risikosteuerung bei Raiffeisen Schweiz dem Departement Finanzen angehängt. Doch in den vergangenen Jahren ist die Regulierung verschärft worden, Raiffeisen wurde für systemrelevant erklärt, und 2017 wurde ruchbar, dass der frühere Bankchef Pierin Vincenz zum Beispiel bei Beteiligungskäufen an sämtlichen Kontrollinstanzen vorbei nach Belieben schalten und walten konnte. Ge­gen Vincenz läuft ein Strafverfahren der Staatsanwaltschaft Zürich wegen ungetreuer Geschäftsbe­sorgung, und die Finanzmarktaufsicht hatte bei Raiffeisen schwerwiegende Mängel in der Corporate Governance festgestellt.

Risikoverantwortlicher kommt von Vontobel

Markus D. Voegelin, designierter Leiter des Departements Risiko & Compliance bei Raiffeisen Schweiz. (Bild: PD)

Markus D. Voegelin, designierter Leiter des Departements Risiko & Compliance bei Raiffeisen Schweiz. (Bild: PD)

Eine Folge davon war, dass Raiffeisen Schweiz per Anfang 2018 ein eigenes Departement Risiko & Compliance (Einhalten von Richtlinien) geschaffen hat. Nun hat sie einen neuen Leiter dafür gefunden. Es ist Markus D. Voegelin, seit 2016 Risikochef der Zürcher Privatbank Vontobel, der langjährigen Kooperationspartnerin Raiffeisens im Anlagegeschäft. Zudem hat Vontobel 2018 Raiffeisen deren Tochter Notenstein La Roche abgekauft.

Bei Vontobel verantwortet Voegelin das Risikomanagement, besonders die Sicherstellung der Risikoüberwachung und -kontrolle sowie die Einhaltung aller gesetzlicher und regulatorischer Vorschriften. Er wird im Herbst zu Raiffeisen stossen. Voegelin folgt auf Beat Hodel, der im vergangenen Januar zusammen mit Gabriele Burn und Paulo Brügger abrupt aus Raiffeisens Geschäftsleitung ausgeschieden war, nachdem auch der Untersuchungsbericht von Professor Bruno Gehrig gravierende Mängel in der Führungsarbeit auf Stufe Geschäftsleitung und Verwaltungsrat während der Ära Vincenz zu Tage gefördert hatte.

Raiffeisen soll demokratischer werden

Am 16. November werden die Delegierten der Raiffeisen-Gruppe an einer ausserordentlichen Versammlung über Reformprojekte befinden können. Dazu hat gestern eine sogenannte Impulsgruppe, bestehend aus Vertretern von Raiffeisenbanken, an einem Workshop Vorschläge erarbeitet, die nun konkretisiert und im November zur Abstimmung gebracht werden sollen. Ein Punkt ist, dass künftig an den Delegiertenversammlungen das Prinzip «eine Bank, eine Stimme» gelten soll. Das liefe, da es 246 Raiffeisenbanken gibt, auf ebenso viele Delegierte hinaus. Derzeit sind es deren 164, die nach einem komplizierten Schlüssel aufgestellt werden.

Ein zweiter Punkt ist, dass die Impulsgruppe die Idee eines Eignerausschusses begrüsst. Dieser solle als Sparringpartner für den Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz dienen. Zur Erinnerung: Die Zentrale Raiffeisen Schweiz gehört den Raiffeisenbanken, hat in der Vergangenheit aber praktisch alle wichtigen Entscheide quasi im Alleingang gefällt. Ein Eignerausschuss, so die Idee, soll dem Verwaltungsrat genauer auf die Finger schauen.

Stadtfilialen könnten verselbstständigt werden

Dritter Punkt: Die Eignerstrategie soll künftig festhalten, welchen Auftrag die Raiffeisenbanken Raiffeisen Schweiz erteilen. Der Entwurf liegt vor, er soll nun weiter ausgearbeitet und im November zur Abstimmung kommen. Vierter Punkt: Eine Arbeitsgruppe werde prüfen, ob man jene sechs Stadtfilialen, die Raiffeisen Schweiz selber führt, verselbstständigen soll oder nicht

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