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RAIFFEISEN: Steht der Chefermittler im Fall Vincenz der Raiffeisenbank zu nahe?

Niemand zweifelt an seiner Integrität. Eine fast zwei Jahrzehnte zurückliegende Episode wirft aber die Frage auf, ob Ökonom Bruno Gehrig der richtige Mann ist, um die Ära Vincenz bei der Raiffeisenbank zu durchleuchten.
Balz Bruppacher
Bruno Gehrig leitet die Ermittlungen bei der Raiffeisen. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Bern, 24. August 2015))

Bruno Gehrig leitet die Ermittlungen bei der Raiffeisen. (Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Bern, 24. August 2015))

Balz Bruppacher

Dies ist ein Artikel der «Ostschweiz am Sonntag». Die ganze Ausgabe lesen Sie hier: <strong><em>www.tagblatt.ch/epaper</em></strong>

Er gehört zu den führenden Ökonomen des Landes, diente der Bankenaufsicht und der Nationalbank und hat reiche Erfahrungen in der Privatwirtschaft. Ein Glücksfall also, dass sich der 71-jährige Bruno Gehrig bereiterklärt, als unabhängiger Chefermittler zusammen mit einem Team von Wirtschaftsanwälten bei der angeschlagenen Raiff­eisen Schweiz für lückenlose Transparenz zu sorgen.

Wenn nur der 19. Februar 1999 nicht wäre. An diesem Freitag feierte die erste Raiffeisenbank der Schweiz in Turbenthal bei Bichelsee ihr 100-jähriges Bestehen. Gastredner war Bruno Gehrig. «Die Raiffeisenbewegung ist eine unspektakuläre, aber äusserst beeindruckende Erfolgsgeschichte im Bankensystem unseres Landes», sagte das damalige Mitglied des dreiköpfigen Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank. Zu den Erfolgsfaktoren gehörten neben Sicherheit und Kundennähe die starke Stellung der Zentrale in St.Gallen und die Anpassung der Strukturen. Gehrig lobte gemäss dem Redetext auch die Strukturanpassung. Die Entwicklung bestätige eindrücklich, dass und wie sich die dezentrale Verantwortlichkeit am Markt bewähre.

«Getragen durch die lokale Mitgliedschaft trägt sie dem Umstand Rechnung, dass das durch Raiffeisen betriebene Geschäft eben ein Beziehungsgeschäft ist», heisst es in der Rede. Dank einer Politik der Selbstbeschränkung und Fokussierung hätten die Raiffeisenbanken viele Stürme fast unbeschadet überstanden. Gehrig schloss das Loblied mit dem Rat, bei allem periodischen Nachdenken über die Strategie den Respekt vor den richtigen, eigenen Proportionen nicht zu verlieren. Bei Raiffeisen Schweiz erinnerte Sprecherin Angela Rupp auf Anfrage daran, dass Gehrigs Rede 19 Jahre zurückliegt. Es habe sich damals um ein Gastreferat für die Jubiläumsfeier einer einzelnen Raiffeisenbank gehandelt. «Wir sind überzeugt, dass dieser Umstand ­keinen Einfluss auf die Unabhängigkeit der Untersuchung haben wird», sagt sie.

«Maximale Unabhängigkeit»

Raiffeisen Schweiz hatte Gehrig als sogenannten Lead Investigator mit einem Expertenteam der Zürcher Anwaltskanzlei Homburger mit einer internen Untersuchung der Ära Vincenz beauftragt. Dabei wurde die Unabhängigkeit Gehrigs unterstrichen. Gehrig selber wurde mit der Aussage zitiert: «Um die maximale Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit zu gewährleisten, hat sich der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz entschieden, einen sogenannten Lead Investigator einzusetzen, der die interne Untersuchung, die durch die Anwaltskanzlei Homburger durchgeführt wird, nicht nur überwacht und steuert, sondern auch deren Resultate wertet und würdigt.»

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