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Raiffeisen führt neue Informatik ein und vollzieht strategische Kehrtwende

Nach gröberen technischen Anlaufschwierigkeiten und monatelanger Verzögerung hat Raiffeisen Schweiz die neue Avaloq-Plattform eingeführt. Anders als ursprünglich geplant betreibt die Bank die Plattform nun doch in Eigenregie. Und sie hat Rückstellungen über 69 Millionen Franken gebildet.
Thomas Griesser Kym
Der Hauptsitz von Raiffeisen Schweiz in St.Gallen. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone (5. Juni 2018))

Der Hauptsitz von Raiffeisen Schweiz in St.Gallen. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone (5. Juni 2018))

Alle 253 Banken mit landesweit 900 Standorten inklusive der Zentralbank in St. Gallen würden nun auf dieser Plattform betrieben, wie Raiffeisen gestern Abend mitteilte.

Das Projekt namens «Rainbow», verantwortet vom damaligen Raiffeisen-Chef Patrik Gisel, hatte von Beginn weg unter ei­nem schlechten Stern gestanden. Ursprünglich hätten, nach zweieinhalb Jahren Vorbereitungszeit, sämtliche Raiffeisenbanken zum 1. Januar 2018 auf die neue Plattform des Zürcher Bankensoftwareentwicklers Avaloq wechseln sollen. Doch dann wurde die Migration auf diesen Zeitpunkt zunächst auf 60 Banken reduziert, und im Endeffekt führten auf Anfang 2018 lediglich 22 Banken die Kernbankenlösung namens ACS (Arizon Core System) im Rahmen eines Pilotversuchs ein. Doch auch dieser hatte seine Tücken, wie Probleme bei der Berechnung der Hypothekarzinsen und bei der Vergabe von Hypotheken zeigten, was zu weiteren Terminverschiebungen führte. Zudem sollen die zunächst veranschlagten Kosten von einer halben Milliarde Franken überschritten worden sein.

Raiffeisen hat sich umentschieden

Im Rahmen einer strategischen Kehrtwende wird Raiffeisen die neue Plattform selber betreiben und weiterentwickeln. Dazu kauft Raiffeisen der Firma Avaloq deren 49-Prozent-Anteil am gemeinsamen Joint Venture Arizon Sourcing AG ab und integriert diese im laufenden Semester. Noch im November 2017 war es genau andersrum geplant gewesen: Avaloq sollte Raiffeisen deren 51-Prozent-Paket an Arizon abkaufen, und Arizon sollte die Plattform im Rahmen eines Servicevertrags betreuen. Die Kehrtwende erklärt Raiffeisen-Sprecherin Angela Rupp so: Raiffeisen wolle «die Servicedienstleistungen und Weiterentwicklung der Kernbankenplattform künftig direkt bestimmen. Dies wäre im ursprünglich angedachten Modell nicht gleich möglich gewesen.»

Im Zusammenhang mit der Arizon-Transaktion hat Raiffeisen Rückstellungen über 69 Millionen Franken gebildet. Diese sind Teil jener 300 Millionen, die das Raiffeisen-Ergebnis 2018 belasten werden, weil der frühere Bankchef und Gisel-Vorgänger Pierin Vincenz Beteiligungen für 1 Milliarde Franken zu überteuer­ten Preisen gekauft hatte.

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