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RAIFFEISEN: Der Thurgau auf der Überholspur

Die Geschäftszahlen der Thurgauer Raiffeisenbanken können sich sehen lassen. In allen Bereichen verzeichnen die 18 Banken des Verbandes ein Plus. Der Jahresgewinn beträgt 26 Millionen Franken.
Stefan Borkert
Raiffeisen-Chef Patrick Gisel setzt auf Kooperation. (Bild: Stefan Borkert)

Raiffeisen-Chef Patrick Gisel setzt auf Kooperation. (Bild: Stefan Borkert)

Stefan Borkert

Nach einer Zeit, in der sich die Wirtschaft im Thurgau vom Frankenschock und der Finanzkrise nur langsam erholte, befände sie sich jetzt auf der Überholspur, sagt Patrick Gisel. Der Vorsit­zende der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz ist ein Arboner und muss es wissen. Gisel war gestern in Frauenfeld Gast an der Präsentation der Geschäfts­zahlen des Verbandes Thurgauer Raiffeisenbanken für das Jahr 2017. Einflüsse auf den Geschäftsgang auch der Thurgauer Banken sieht Gisel durch die ­geopolitische Lage, die Unsicherheiten wegen des Brexit, wegen US-Präsident Donald Trump, der Negativzinsen und der Unstimmigkeiten in der EU.

Dennoch gehe es mit der Schweizer Wirtschaft bergauf. Ein Wirtschaftswachstum von 2,2 Prozent sei eher konservativ prognostiziert, sagt er. Aber es stecke viel Dynamik in der Wirtschaftsentwicklung. Diese habe nun auch den Thurgau erreicht, den er nach verhaltenem Aufschwung mittlerweile auf der Überholspur sieht. Von den Regulierungen seitens der Gesetzgeber hat er aber, so sinnvoll sie auch sein mögen, mittlerweile genug. «Unsere Mitarbeiter sollen in erster Linie Kunden betreuen und nicht Regulierungsanweisungen auswendig lernen müssen», sagt er angriffslustig.

Den medialen Wirbel um seinen Vorgänger Pierin Vincenz kommentiert er als eher übertrieben. Schliesslich habe Vincenz auch viel Gutes gemacht. Man habe aber dazugelernt und deshalb würden nun Beteiligungen in Kooperationen gewandelt und die Verträge weniger langfristig gestaltet. «Kooperationen, die funktionieren, werden sowieso verlängert», sagt er. Ob das gesamtschweizerische Ergebnis von Raiffeisen für 2017 ähnlich gut ausfalle wie im Thurgau, mochte er nicht verraten. Die Zahlen seien positiv, lässt er sich dann doch noch eine Äusserung entlocken.

Mehr Herausforderungen als kaum je zuvor

Die Rahmenbedingen, mit denen die Banken und gerade auch die kleineren Genossenschaftsbanken zu kämpfen haben, stellen unterdessen hohe Hürden dar, die es zu bewältigen gilt. Und dafür braucht es auch eine gewisse Grösse. Deshalb kommt es im Thurgau zu weiteren drei Fusionen, die für dieses Jahr geplant sind. Nach einer Phase der Konsolidierung werden sich voraussichtlich die Raiffeisenbanken Dussnang-Fischingen, Rickenbach-Wilen und Sirnach zusammenschliessen. Die Genossenschaften Münchwilen-Tobel und Wängi-Matzingen wollen ebenso fusionieren wie die Banken Berg-Erlen und Mittelthurgau.

Urs Schneider, Präsident des Thurgauer Verbandes der Raiffeisenbanken, sagt auch: «Ich bin seit bald 30 Jahren bei Raiffeisen engagiert, aber 2017 gab es für die Raiffeisenbanken mehr Herausforderungen als kaum zuvor zu bewältigen.» Das Jahresergebnis sei angesichts der zunehmenden regulatorischen Pflichten, des Wechsels auf eine neue Bankenplattform und der vor allem auch im Thurgau tiefen Zinsmargen «als geradezu sensationell gut zu bezeichnen». Tatsächlich ist die Anzahl der Genossenschaftsmitglieder im Thurgau um fast 1000 auf 112 300 angestiegen. Das Ergebnis aller 18 Thurgauer Raiffeisenbanken zusammen ergab 2017 einen um 6,2 Prozent höheren Bruttogewinn von gut 82 Millionen Franken, gab Josef Maier, Leiter der Tägerwiler Raiffeisenbank und zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Verband, bekannt.

Die konsolidierte Bilanzsumme wuchs demnach um 5,1 Prozent und nähert sich der Marke von 14 Milliarden Franken. Die Kundenausleihungen kletterten um 4,4 Prozent auf mehr als 12 Milliarden Franken. Die Kundengelder stiegen noch deutlicher um 4,9 Prozent auf über 9,6 Milliarden Franken an. Der Betriebsertrag mit gut 167 Millionen Franken sei nach wie vor sehr erfreulich, sagte Maier, und entspreche einer Steigerung von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter dem Strich fuhren die Thurgauer Raiffeisenbanken einen Jahresgewinn von 26 Millionen Franken ein, was einer Steigerung von 6,4 Prozent gegenüber 2016 entspricht.

Qualitatives Wachstum bevorzugt

Schneider kommentierte, dass die Thurgauer Raiffeisenbanken 2017 besonders effizient gearbeitet hätten. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis gehöre landesweit zu tiefsten überhaupt. Doch gibt er sich auch zurückhaltend: «Es geht den Thurgauer Raiffeisenbanken nicht um Wachstum um jeden Preis. Sie streben ein qualitatives, gesundes Wachstum an.» Das bedeute auch weiterhin eine vorsichtige Kreditvergabe, die nur geringe Verluste und Wertberichtigungen zur Folge habe.

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