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Raiffeisen-Basis will Aufpasser für den Schweiz-Verwaltungsrat

Ein neues Gremium soll dem VR von Raiffeisen Schweiz künftig auf die Finger schauen und bei Bedarf schnell eingreifen können.
Livio Brandenberg
Guy Lachappelle, VR-Präsident von Raiffeisen Schweiz. (Bild: Pius Amrein, Basel, 9. Oktober 2018)

Guy Lachappelle, VR-Präsident von Raiffeisen Schweiz. (Bild: Pius Amrein, Basel, 9. Oktober 2018)

Ein neues Gremium soll den Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz künftig überwachen, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. An einem Treffen vom Freitag in Crans-Montana, wo Vertreter aller 246 Raiffeisen­banken anwesend seien, stünden «drei wichtige Konsultativabstimmungen an», so Kurt Sidler, der Präsident des Verbands Luzern. Er leitet neben Raiffeisen-Schweiz-Präsident Guy Lachappelle die 15-köpfige Arbeitsgruppe, die das Projekt «Reform 21» verantwortet. Demnach soll ein neues Organ mit Basisvertretern gegründet werden, das dem Schweiz-Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz auf die Finger schaut.

Zweitens werde über die Einführung neuer Abstimmungsregeln beraten, so der «Tagi»: Statt über Verbände Delegierte zu entsenden, soll künftig jede Bank eine Stimme («One bank, one vote») haben. In der dritten Konsultativabstimmung gehe es darum, ob Raiffeisen Schweiz seine eigenen Niederlassungen in Zürich, Bern oder Basel abgeben soll beziehungsweise ob die Bankvertreter eine vertiefte Prüfung der Idee wünschen.

Direkte Folge der Affäre Vincenz

Die Reformvorhaben sind eine direkte Folge der Affäre um Ex-CEO Pierin Vincenz und intransparente Übernahmen. Der ehemalige Chef von Raiffeisen Schweiz hat sich privat an Firmen beteiligt, die später von Raiffeisen übernommen wurden. Vincenz droht darum eine Strafklage wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung. Die Finanzmarktaufsicht (Finma) rügte etwa «ungenügende» Kontrollen; als Folge des Skandals wurden praktisch alle Spitzenmanager ausgetauscht. Der neue Raiffeisen-Präsident Guy Lachappelle hat sich zum Ziel gesetzt, die Strukturreform voranzutreiben, der Workshop im Wallis dürfte hierbei eine wichtige Etappe darstellen, denn es gibt noch verschiedene Baustellen.

Ein Problem bei Raiffeisen ist die Struktur mit den regionalen Verbänden: Die Delegierten dieser Banken wählen zwar den Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz, doch ausserhalb der jährlichen Versammlungen haben sie, also die Basis, wenig zu sagen. Wer das neue Strategie- beziehungsweise Aufsichtsgremium wählt und wie es sich zusammensetzt, darüber soll nun beim Workshop die Meinung der Raiffeisenbanken eingeholt werden.

Heissen dürfte das neue Gremium gemäss «Tages-Anzeiger» wohl «Bankrat». «Dieses neue Organ soll quasi Sparringspartner des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz sein und die Basis repräsentieren», erklärt Sidler gegenüber der Zeitung. Bruno Poli, Präsident der Raiffeisenbank Nidwalden, drückt es noch etwas deutlicher aus: «Wir brauchen ein Organ, das in kürzester Zeit in der Lage ist, auf Entwicklungen bei Raiffeisen Schweiz zu reagieren.»

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