Quelle Schweiz mobilisiert gegen Otto-Versand

St. gallen. In einem offenen Brief fordert die Belegschaft des Versandhändlers Quelle Schweiz den Otto-Versand auf, vom Kauf der Marke Quelle Abstand zu nehmen.

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St. gallen. In einem offenen Brief fordert die Belegschaft des Versandhändlers Quelle Schweiz den Otto-Versand auf, vom Kauf der Marke Quelle Abstand zu nehmen. Im Brief, den der Quelle-Mitarbeitende mit dem Pseudonym Wilhelm Tell veröffentlicht hat, wird Otto-Konzernchef Michael Otto unterstellt, er wolle die 140köpfige Belegschaft von Quelle Schweiz in St. Gallen mit seiner Offerte «auslöschen».

Otto wird aufgefordert, das Angebot zurückzuziehen und damit einen erfolgreichen Abschluss mit Investoren zu ermöglichen, die am Unternehmen interessiert seien. Geantwortet habe Otto bisher nicht.

Otto zeigt sich gesprächsbereit

Thomas Schulz, Sprecher des Quelle-Insolvenzverwalters, relativiert die Besorgnis der St. Galler Belegschaft.

So hat hat der Hamburger Otto-Konzern im November für die weltweiten Rechte an der Marke Quelle den Kaufvertrag unterschrieben. Dessen Rechtswirksamkeit aber hängt noch von der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden ab. Auch habe Otto zugesagt, im Fall einer Fortführung des operativen Geschäfts durch einen Investor Hand zu bieten für die Nutzung der Marke Quelle gegen eine Lizenzgebühr.

Ein Quartett zeigt Interesse

Im Rennen sind noch vier ausländische Interessenten, die teils von der kantonalen Wirtschaftsförderung vermittelt worden sind. Die Frist läuft bis Ende Monat. Nicht genau kommentieren kann Schulz Hinweise im offenen Brief, wonach Quelle angeblich einen Gewinn von jährlich 4,5 Millionen macht. Ein solches Resultat schiene ihm aber «eher hoch». (T. G.)

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