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Quartett mit Vorwärtsdrang

Im Herbst übernimmt Philipp Gmür die Konzernleitung der Helvetia-Gruppe. Die Karriere des bisherigen Chefs des Schweizer Geschäfts ist erstaunlich. Und auch jene seiner drei Brüder.
Daniel Zulauf
Philipp Gmür Designierter Konzernchef der Helvetia Versicherungen (Bild: pd)

Philipp Gmür Designierter Konzernchef der Helvetia Versicherungen (Bild: pd)

Gut Ding will Weile haben, sagt sich Philipp Gmür. 23 Jahre nach seinem Eintritt in die Helvetia-Gruppe erhält der 53jährige Jurist am 1. September die Zügel des drittgrössten Versicherers im Schweizer Markt in die Hand. Ausdauer und ein ausgeprägter Leistungswille sind unübersehbare Konstanten in der Luzerner Familie Gmür.

Der designierte Helvetia-Chef war 1993 in das Unternehmen eingetreten. Zehn Jahre später bekam er die Verantwortung für das erfolgreiche und für den Konzern mit Abstand lukrativste Schweizer Geschäft zugesprochen. Bis zur Ernennung zum obersten Chef vergingen aber weitere 13 Jahre, wobei Gmür zusehen musste, wie 2007 der deutlich jüngere Vorarlberger Stefan Loacker (47) trotz vier Jahre weniger Helvetia-Erfahrung zum Konzernchef befördert wurde.

Coup mit der Nationale Suisse

So viel Sitzleder wie Gmür haben auf Stufe Topmanagement nicht mehr viele. Die durchschnittliche Verweildauer eines Chefs in einer börsenkotierten Firma liegt bei rund sieben Jahren und bei den Geschäftsleitungsmitgliedern, wie Gmür seit 13 Jahren selber eines ist, dürfte sie kaum höher sein. Doch Gmür vertraute darauf, dass seine Chance noch kommen würde. Loacker hatte der Helvetia einen ehrgeizigen Wachstumskurs verschrieben und sie mit einer Reihe grösserer und kleinerer Übernahmen vor allem im Ausland vergrössert. Ein entsprechender Schritt in der Schweiz drängte sich auf. Erstmals erkennbar wurde eine solche Gelegenheit vor gut drei Jahren, als es beim Konkurrenten Nationale Suisse zu einigen grösseren Verschiebungen im Aktionariat gekommen war. Dabei stockte die Helvetia ihre Anteile auf und lancierte 2014 ein Übernahmeangebot.

«Ungemein zielstrebig»

Der Kauf der Nationale Suisse war ohne Zweifel Gmürs Gesellenstück. Mit dieser Transaktion überholte die Helvetia im Heimmarkt die Bâloise und balancierte ihren Geschäftsmix besser aus. Obwohl die Integration viele Arbeitsplätze gekostet hat, ging sie erstaunlich geräuscharm und rasch über die Bühne. Das passt zu Gmür. Er gehe ungemein zielstrebig vor, ohne sich diese Eigenschaft allzu sehr anmerken zu lassen, sagt ein Beobachter.

Bischof von Basel mit 44

Den Gmürs scheint Zielstrebigkeit in den Genen zu stecken. Die vier Brüder blicken allesamt auf erstaunliche Karrieren zurück und dabei ist jene von Philipp, dem Ältesten, noch nicht einmal die spektakulärste.

Im Januar 2011 empfing Felix Gmür im Alter von erst 44 Jahren die Weihen als Bischof von Basel. Die Leitung des grössten Bistums der Schweiz ist eine nicht zu unterschätzende Managementaufgabe. Die Reform der Gemeinde in Pastoralräume soll einen effizienteren Einsatz der finanziellen und personellen Ressourcen ermöglichen. Der Priester geht seinen Weg in der Kirche mit Fleiss und Akribie.

Politische Karrieren

Mit 46 Jahren feierte im September 2013 Thomas Gmür seinen bisherigen beruflichen Höhepunkt. Der CVP-Politiker wurde nach zweijährigem Amt als Fraktionschef vom Luzerner Parlament zum Präsidenten des legislativen Grossen Stadtrates gewählt. 16 Jahre war er eine feste Grösse in der Luzerner Stadtpolitik. Die Politkarriere hat er inzwischen beendet, nachdem ihm 2015 die Wahl in den Kantonsrat misslungen war. Als selbständiger Unternehmer, der mit seiner Firma Datahist Archive aufbaut und betreut, hält sich Thomas Gmür Freiheiten offen. Übrigens: Die Familie hat den Kantonsratssitz auch ohne Thomas geholt. Philipps Frau Andrea schaffte den Sprung ins Parlament; inzwischen ist die CVP-Frau bereits Nationalrätin.

Auch Peter Gmür, der die bald 125jährige familieneigene Gmür & Co. führt, dreht ein grosses Rad. Seit kurzem sitzt er im Luzerner Stadtparlament. Vor zwei Jahren ist die Transportfirma mit 30 Mitarbeitenden aus dem Luzerner Stadtzentrum nach Emmen gezügelt und hat dort vergrössert. In Luzern auf dem Areal des alten Firmensitzes investiert man 50 Mio. Fr. in den Bau von 70 Familienwohnungen.

Stefan Loacker Scheidender Konzernchef der Helvetia Versicherungen (Bild: ky)

Stefan Loacker Scheidender Konzernchef der Helvetia Versicherungen (Bild: ky)

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