Prognosen sind übertroffen worden

428 Thurgauer Unternehmen haben sich an der Wirtschaftsumfrage der Thurgauer Kantonalbank (TKB) beteiligt. Die Ergebnisse zeigen, dass 58 Prozent der Teilnehmer das Geschäftsjahr 2012 mit «gut» benoten.

Stefan Borkert
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WEINFELDEN. Die Situation der Thurgauer Wirtschaft präsentiert sich insgesamt als stabil auf einem hohen Niveau. Zwar werden die Werte von 2008, also vor dem Krisenjahr 2009, nicht erreicht, aber 2007,2008 waren im Rückblick auch aussergewöhnlich gute Jahre. Das sind unter anderem Ergebnisse der Firmenkundenumfrage der TKB.

Positives Jahr

2012 war gemäss der Firmenkundenumfrage ein überwiegend positives Geschäftsjahr für die Thurgauer Unternehmen. Das Umfeld hingegen war nicht einfach. 2012 hatten mehrere europäische Länder mit einer schwachen Wirtschaftsleistung und hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen. In Anbetracht dessen könne die Thurgauer Wirtschaft mit soliden Ergebnissen glänzen, auch wenn manche Branchen die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise stärker spürten als andere. «Die Verteidigung der Wechselkursuntergrenze durch die Schweizerische Nationalbank hat dazu beigetragen, dass exportorientierte Firmen Planungssicherheit gewonnen haben», sagt Peter Hinder, CEO der TKB.

Die Resultate der TKB-Firmenkundenumfrage fielen dementsprechend solide aus. Rund 60 Prozent der 428 teilnehmenden Unternehmen bewerteten das vergangene Geschäftsjahr mit der Note «gut». Für ein Drittel war es immerhin noch befriedigend.

Export hat zu kämpfen

Sehr erfreulich war der Geschäftsverlauf für die Baubranche, die von der nach wie vor starken Nachfrage profitierte. Der Gross- und Detailhandel hingegen schaut auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Mit Schwierigkeiten kämpfte die Maschinen- und Apparateindustrie.

«Diese mehrheitlich exportorientierte Branche spürte die Auswirkungen der europäischen Schuldenkrise stärker als binnenmarktorientierte Unternehmen», erläutert Heinz Huber, Mitglied der TKB-Geschäftsleitung, den Grund. «2012 haben Thurgauer Unternehmen mit grossen Anstrengungen solide Resultate erreicht», führt Heinz Huber weiter aus. Die Leistungen der Spitzenjahre vor 2009 seien zwar noch nicht in Reichweite. Die Resultate der Umfrage zeigen aber, dass Umsatz und Gewinn besser ausfallen als im Vorjahr prognostiziert. Und auch der Thurgauer Arbeitsmarkt entwickelte sich überwiegend positiv. Mehr als ein Viertel der Betriebe stellte zusätzliches Personal ein, bei rund 60 Prozent war die Zahl der Beschäftigten stabil.

Kosten im Griff

Bei den Prognosen erwartet ungefähr ein Drittel höhere Gewinne und höhere Umsätze. Beim Personalbestand gehen sieben von zehn Unternehmen von unveränderten Zahlen aus. Und auch was die Ausgaben betrifft, rechnen 85 Prozent mit geringeren (15 Prozent) oder zumindest gleichbleibenden Kosten (70 Prozent).

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