PREISVERLEIHUNG: Aufbruch und Erfindergeist

Im Finale des Startfeld Diamants hat sich die Simedis AG aus St. Gallen durchgesetzt. Die Entscheidung der Jury war denkbar knapp, denn die weiteren vier Finalisten haben ebenfalls überzeugt.

Stefan Borkert
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Bruno Schmied, Matijas Kosic und Albert Schaeffer von der Simedis AG mit Laudator Roland Ledergerber (v. l.) (Bild: Hanspeter Schiess)

Bruno Schmied, Matijas Kosic und Albert Schaeffer von der Simedis AG mit Laudator Roland Ledergerber (v. l.) (Bild: Hanspeter Schiess)

Stefan Borkert

«Das Rennen gemacht hat schliesslich die Firma Simedis», sagte Roland Ledergerber, Präsident der Geschäftsleitung der St. Galler Kantonalbank (SGKB) gestern Abend, kurz bevor er den Startfeld Diamant und den Siegercheck über 30000 Fr. überreichte. Die Firma Simedis entwickelt so genannte Virtual-Reality-Simulatoren für die Ausbildung von Chirurgen. Diese Geräte ermöglichen Medizinern, eine grosse Anzahl von verschiedenen Eingriffen und anatomischen Situationen an äusserst realistischen «virtuellen Patienten» zu erlernen und zu trainieren, ähnlich der Ausbildung von Piloten in der kommerziellen Luftfahrt.

38 Start-up-Unternehmen hatten sich um den Startfeld Diamant beworben. Die fünf Finalisten hatten alle überzeugende Ideen, Produkte und Geschäftsmodelle, betonte Ledergerber. Die vier weiteren Finalisten, Advertima, Vigilitech, Faitron und Dagsmejan haben trotzdem einen Preis erhalten und zwar einen Check in Höhe von je 5000 Franken. Ausserdem überreichte Ledergerber ihnen auch einen Startfeld Diamant. Der fiel etwas kleiner aus als die Siegertrophäe.

Grosser Markt und enormes Potenzial

Angesichts des Teilnehmerfeldes sagte Ledergerber in seiner Laudatio: «Wir stellen gerne fest: Es herrscht Aufbruch und Erfindergeist.» Überzeugt habe die Jury bei Simedis schliesslich die Innovation. Es sei ein einmaliges technologisches Konzept, das es erlaube beliebig viele und unterschiedlichste Operationen an virtuellen Patienten originalgetreu auszuführen. Weiter auch das Geschäftsmodell. Der Markt sei riesig und das Potenzial des Simulators ist enorm. Dabei verwies er auf die explodierenden Gesundheitskosten, die wachsenden Ansprüche an die Patientensicherheit und die steigende Komplexität der medizinischen Eingriffe. Ausserdem bediene ­Simedis einerseits die Universitätskliniken, welche die Ärzte ausbilden, und andererseits die Medizintechnikfirmen, welche medizinische Geräte an die Spitäler verkaufen möchten. Und schliesslich beeindruckte auch das klare Credo für St. Gallen. «Das Unternehmen ist hier gegründet worden und will hier bleiben. Ausschlaggebend war auch die unmittelbare Nähe zum Kantonsspital St. Gallen.» Und vielleicht könne Simedis auch eine gewichtige Rolle in der geplanten hiesigen Ausbildungsoffensive für Humanmediziner spielen, welche an der Universität St. Gallen geplant sei.

Was schief gelaufen ist, ist interessanter

Simedis-Chef Matijas Cosic nahm die Auszeichnung entgegen und betonte die Bedeutung der Unterstützung durch den Verein Startfeld. Er wisse aber auch, dass noch ein langer und schwieriger Weg vor ihnen liege. Davon berichtete auch der Startfeld-Diamant-Gewinner von 2015, Martin Fengler von der Meteomatics GmbH, die mit Hilfe von Drohnen die Wettervorhersage verbessert und nach etlichen Rückschlägen trotzdem weiter erfolgreich ist. «Fragen Sie nachher beim Apéro nicht nach den Erfolgen, sondern nach den Sachen, die schief gelaufen sind. Das ist viel interessanter», sagte Fengler, der weiss wovon er spricht.