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Der grosse Preisvergleich: Ski-Tickets werden diese Saison teurer

Eine Auswertung der «Schweiz am Wochenende» zeigt: Sechs von neun grossen Schweizer Skigebieten schlagen im kommenden Winter auf die Preise für Tageskarten auf. Die anderen bieten wie bei Flugreisen dynamische Preise an – mit positiven ersten Erfahrungen. Doch es gibt viele Fragezeichen.
Leo Eiholzer
Wo kann man am günstigsten mit Snowboard oder Ski über den Schnee brettern? Unsere Übersicht zeigt es. (Quelle: Keystone)

Wo kann man am günstigsten mit Snowboard oder Ski über den Schnee brettern? Unsere Übersicht zeigt es. (Quelle: Keystone)

Der Winter 2018/2019 war der Winter der dynamischen Preise in den Schweizer Bergen. Drei Skigebiete waren es schon, nun wechselten auch Zermatt und St. Moritz zu einem System mit wechselnden Preisen. Diese werden je nach Gebiet über die Nachfrage, den Wochentag, Wetterprognosen oder Buchungszeitpunkt berechnet. Für den Gast bedeutet das im Idealfall günstiges Skifahren. Gleichzeitig wälzen die Bergbahnen das Wetterrisiko auf die Kunden ab.

In der Branche ging die Angst um: Würde das die Preise ins Bodenlose fallen lassen? Die meisten Bergbahnen sind ohnehin schon in einer ungemütlichen Lage. 2017 verdienten zwei Drittel nicht genug Geld, um Investitionen in neue Anlagen zu finanzieren. Auf diesen Winter schlagen sechs von neun grossen Schweizer Skigebieten, die Fixpreise haben, auf die Tageskarten auf. Zum Beispiel die Flumserberge nach jahrelangem Preis-Stillstand. Eine Flumserberg-Sprecherin begründet das mit erheblichen Investitionen. Auch die Konkurrenz in Österreich erhöht die Preise (siehe Tabelle).

Für die Bergbahnen, die neu mit dynamischen Preisen arbeiten, lief der erste Winter gut. St. Moritz hat seinen Umsatz um fünf Prozent gesteigert und verzeichnete mehr Skitage. Zermatt konnte die Anzahl «Skier Days» um neun Prozent erhöhen.

Allerdings ist unklar, ob dafür das neue Preismodell verantwortlich ist. Die Skigebiete profitierten von guten Wetterverhältnissen. Michael Kirchner, Leiter Marketing bei den Bergbahnen Engadin-St. Moritz, sagt: «Ein grosser Teil des Zuwachses ist den guten Wetterbedingungen zuzuschreiben. Allerdings buchten aufgrund des neuen Preissystems mehr Gäste im Voraus und kauften so zum Beispiel unabhängig vom Wetter einen Sechs-Tagespass anstatt nur vier Tageskarten.» Das bringt den Bahnen mehr Umsatz und mehr Planungssicherheit. Im Engadin kann der Preis an Spitzentagen über die Grenze von 100 Franken steigen. Dafür, so Kirchner, profitierten vorausplanende Familien von günstigeren Preisen als früher.

«Der positive Effekt von dynamischen Preisen lässt sich nur schwer mit Zahlen beweisen»

Diesen Winter stösst ein weiteres Skigebiet zum Kreis der Dynamiker: die Aletsch-Arena im Wallis. Die Skigebiete, die schon damit arbeiten, wollen nicht davon abzurücken: «Wir sind zu 100 Prozent überzeugt, dass dynamische Preise sich in nächster Zeit beim Grossteil der Skigebiete durchsetzen wird», sagt Stefan Reichmuth, Leiter Marketing der Bergbahnen Arosa-Lenzerheide. «Der positive Effekt von Dynamic Pricing lässt sich aber nur schwer mit Zahlen beweisen.»

Bisher fehlt eine verlässliche Datenbasis. Von den Grossen hat in der Schweiz nur Laax mehr als drei Saisons Erfahrung mit dynamischen Preisen. Darauf verweist auch Peter Reinle von den Bergbahnen Engelberg-Titlis. Er ist ein Kritiker des neuen Modells: «Soll man jemanden mit höheren Preisen strafen, weil er unter der Woche arbeiten muss und am Wochenende kommt? Er hat dann auch noch weniger Platz auf der Piste.»

Reinle befürchtet erboste Reaktionen von Stammgästen. Die gab es in Dynamic-Pricing-Skigebieten bereits, wie einige derer Vertreter bestätigen. Reinle ist aber vorsichtiger als noch vor einem Jahr. Damals sagte er, die Preise würden eher nach unten «dynamisiert». Nun will er nicht mehr ausschliessen, dass es auch auf dem Titlis irgendwann dynamische Preise gibt: «Es ist gut möglich, dass sich die Gäste langfristig daran gewöhnen. Dann müssten wir nachziehen.»

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