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Postfinance auferlegt Kunden neue Gebühren und folgt damit den Banken

Manche Dienstleistung, die der Finanzarm der Post bisher gratis erbracht hat, kostet künftig. Andere Banken sind schon längst so weit. Kunden von Geldinstituten haben dennoch Möglichkeiten, um zu sparen.
Thomas Griesser Kym
Postfinance will erwachsen werden, nicht nur im Eishockey, sondern auch bei den Gebühren. (Bild: Anthony Anex/Keystone (Bern, 6. Oktober 2018))

Postfinance will erwachsen werden, nicht nur im Eishockey, sondern auch bei den Gebühren. (Bild: Anthony Anex/Keystone (Bern, 6. Oktober 2018))

«Postfinance führt neue Preise ein», betitelt das Geldinstitut ei­ne Mitteilung. «Neue Preise» bedeutet im Allgemeinen höhere Preise oder Preise für etwas, das bisher gratis war. Und genau so ist es. Unter anderem erhebt der Finanzarm der Post ab Anfang 2019 eine Kontoführungsgebühr von 5 Franken für alle Privatkunden. Bisher waren jene mit mehr als 7500 Franken Vermögen bei Postfinance davon befreit. Monatliche Kontoauszüge auf Papier kosten künftig 1 Franken, bisher waren sie kostenlos.

Postfinance-Chef Hansruedi Köng begründet die neuen Gebühren mit Margen­erosion und Gewinnrückgang. Vor diesem Hintergrund «können wir es uns nicht mehr leisten, Dienstleistungen zu Preisen anzubieten, die unsere Kosten bei weitem nicht decken». Allerdings lässt sich weiterhin sparen: Die Kontoführung bleibt gratis für Privatkunden, die Anlageprodukte inklusive Vorsorgefonds für mindestens 25'000 Franken halten oder eine Lebensversicherung haben oder eine Hypothek.

Gratis gibt es nichts oder nur unter Bedingungen

Wie handhaben das andere Institute? Ein Vergleich zeigt, dass Postfinance nur nachvollzieht, was andere Banken längst eingeführt haben. Will heissen: Gratis gibt es fast nichts mehr, und falls doch, dann nur unter gewissen Bedingungen. Die St. Galler Kantonalbank (SGKB) kennt ein ähnliches Modell: Die Kontoführungsgebühr auf dem Privatkonto beträgt 5 Franken pro Monat, doch kann man sie durch die Nutzung weiterer SGKB-Dienstleistungen halbieren oder ganz vermeiden. Diese Dienstleistungen teilen sich in drei Kategorien: Zahlungsverkehr ausschliesslich über E-Banking, und das mindestens einmal pro Monat; mindestens einen Einkauf oder Bargeldbezug und diesen im Inland ausschliessend an einem der gut 1400 Geldautomaten von Kantonalbanken mittels Maestro-Karte; SGKB-Hypothek oder durchschnittliches Guthaben bei der SGKB von über 10'000 Franken. Wer eine dieser drei Dienstleistungen nutzt, dessen Kontoführungsgebühr halbiert sich auf 2.50 Franken. Wer zwei oder mehr Dienstleistungen nutzt, dessen Kontoführung ist gratis.

Von kompliziert bis simpel

Bei der Thurgauer Kantonalbank (TKB) beträgt die Kontoführungsgebühr auf dem Privatkonto 24 bis 60 Franken pro Jahr. Die effektive Höhe hängt ab vom Geschäftsvolumen, bestehend aus der Summe aller Guthaben, Depotwerte und Kredite des Kunden. Der Schwellenwert dieser Summe beträgt 10'000 Franken. In Monaten, in denen der Kunde darüber liegt, zahlt er jeweils 2 Franken Kontoführungsgebühr, liegt er darunter, sind es für diese Monate jeweils 5 Franken.

Einfach und übersichtlich ist die Regelung der Appenzeller Kantonalbank: Unabhängig vom Geschäftsvolumen und von der Intensität der Nutzung von Bankdienstleistungen beträgt die Kontoführungsgebühr auf dem Privatkonto 8 Franken im Jahr, also gut 66 Rappen pro Monat. Auch die Credit Suisse (CS) hält es simpel: 5 Franken Kontoführungsgebühr monatlich auf dem Privatkonto. Raiffeisen Schweiz wie­derum empfiehlt den einzelnen Raiffeisenbanken 12 Franken Kontoführungsgebühr im Jahr auf dem Privatkonto und keine Gebühr auf dem Mitglieder-Privatkonto.

Gebühr pro Buchung

Die UBS kennt auf dem Privatkonto Kontoführungsgebühren in vier Varianten: 3 Franken, wenn die Bankdokumente digital bezogen werden sowie das Gesamtvermögen bei UBS 10'000 Franken übersteigt oder der Kunde eine UBS-Hypothek hat. Liegt das Vermögen tiefer und ist keine Hypothek vorhanden, beträgt die Kontoführungsgebühr 5 Franken. Wünscht der Kunde die Bankdokumente in Papierform, steigen die Kontoführungsgebühren gemäss den oben genannten weiteren Kriterien auf 5 respektive auf 7 Franken.

Bei der Regionalbank Acrevis fällt für die Kontoführung eine Postengebühr (Buchungsspesen) von 30 Rappen pro Buchung an. Doch auch hier lässt sich sparen: Erstens wird die Gebühr, wenn der Kunde mehrere Transaktionen auf einmal in Auftrag gibt, lediglich einmal verrechnet. Zweitens entfällt die Gebühr, wenn sich der Kunde für alle Zahlungen des E-Bankings bedient und die Bankdokumente elektronisch abruft. Drittens ist die Kontoführung auf den Member-Konten gratis. Dies sind Privatkonten, die an den Besitz einer gewissen Anzahl Acrevis-Aktien gekoppelt sind. Auf diesen Konten gibt es überdies einen kleinen Zins, während normale Privatkonten schon länger nichts mehr abwerfen. Wer als Acrevis-Kunde einen Monatsauszug auf Papier wünscht, zahlt 1 Franken plus Porto. Das Gleiche gilt bei Raiffeisen als Empfehlung. Lediglich die Portokosten in Rechnung stellen die drei Kantonalbanken und die CS.

Mit Paketen kann es günstiger kommen

Zu beachten gilt es: Die meisten Geldinstitute bieten Servicepakete mit Zusatzleistungen an, inklusive mehrerer Konten, Karten usw. Wer diese Leistungen wirklich nutzt, fährt mit solchen Paketen im Normalfall besser als mit Einzelprodukten.

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