Postfinance ist nun mit Banklizenz fast eine Bank

Seit gestern hat Postfinance eine Banklizenz. Die fast drei Millionen Kunden spüren kaum etwas. Ihre Einlagen aber sind weniger sicher.

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Bisher genoss Postfinance als Finanzarm der Post die Staatsgarantie des Bundes, dem die Post gehört. Mit der Umwandlung in eine privatrechtliche AG unter dem Dach der spezialgesetzlichen Schweizerischen Post AG dient nun primär das Eigenkapital der Postfinance zur Sicherung der Kundengelder. Postfinance geht mit Eigenmitteln von 4,7 Mrd. Fr. an den Start. Das entspricht einer Quote von 19% der risikogewichteten Aktiven. Die Finanzmarktaufsicht (Finma), deren Aufsicht Postfinance neu untersteht, verlangt mindestens 13,6%. Sollten die Eigenmittel nicht reichen zur Sicherung der Kundengelder, garantieren der Bund (noch während fünf Jahren) und wie bei den Banken die Einlagensicherung die Kundengelder – allerdings nur bis 100 000 Fr. pro Kunde. Für Kassenobligationen (KO) haftet der Bund ebenfalls noch fünf Jahre, danach werden auch die KO dieser Limite von 100 000 Fr. zugerechnet.

Kerngeschäft der Postfinance bleiben der Zahlungsverkehr und das Sparen inklusive Vorsorge. Die Depositenkonten zum Sparen heissen nun auch Sparkonten. Unternehmenskredite und Hypotheken darf die Post weiterhin nur in Kooperation mit anderen Finanzinstituten gewähren. Neu darf sie aber Anlageprodukte selbständig vergeben. (T. G.)