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Postfinance baut in St.Gallen die meisten Stellen ab

500 Vollzeitjobs streicht die Postfinance in den kommenden zwei Jahren. Bis 2019 sollen in einer ersten Tranche 180 Stellen abgebaut werden. 66 davon in St.Gallen.
Stefan Borkert
Hansruedi Köng, Vorsitzender der Geschäftsleitung (Bild: Keystone)

Hansruedi Köng, Vorsitzender der Geschäftsleitung (Bild: Keystone)

Ärgerliches Kopfschütteln bei der Gewerkschaft Syndicom. Sie wirft der Postfinance eine falsche Zukunftsstrategie vor. Das Management habe es offenbar nicht geschafft, Postfinance im Geschäftskundenbereich attraktiv genug zu positionieren. Zudem habe sie es verpasst, das Personal rechtzeitig im Rahmen der Digitalisierung auf künftige Aufgaben vorzubereiten.

Tatsächlich hat Postfinance-Chef Hansruedi Köng den Abbau von 500 Vollzeitstellen unter anderem mit der Digitalisierung und Automatisierung begründet. Auch die anhaltenden Niedrigzinsen machen der Postfinance zu schaffen. Gestern sagte Köng an einer Medienkonferenz, dass seit 2012 der Zinsertrag drastisch eingebrochen und um eine halbe Milliarde gesunken sei.

Bund verabreicht eigenem Unternehmen eine Giftpille

Als dritten Grund nannte Köng die Regulierung. Er bezeichnete sie als Giftpille. Der Bund als Besitzer der Postfinance mache ihr das Leben schwer. Die Regulierung sei komplex, teuer und drücke auf das Ergebnis. Von Gesetzes wegen dürfe die Post-Tochter keine Kredite vergeben. Weiter gab er bekannt, dass vom Stellenabbau zunächst vor allem Berater aus den Bereichen Kontoservices und Backofficeservices betroffen seien. Der Konsultationsplan sehe vor, dass diese künftig kein Portfolio mit eigenen Kunden mehr haben. Vielmehr will Postfinance eine «Kampagnensicht» einführen. Das heisst: Die Kunden haben bei Fragen nicht ihren persönlichen Berater, sondern rufen ein Call-Center an. Ein Berater wiederum nimmt Kontakt mit unterschiedlichen Kunden für spezielle Angelegenheiten auf.

Der Abbau der Jobs betrifft in einer ersten Tranche bis zum nächsten Jahr 180 Stellen. Diese erste Tranche betreffe die Kantone Bern, Aargau, Schwyz und St.Gallen. «Prozentual ist St.Gallen am stärksten betroffen», so Köng. 66 Stellen fallen hier dem Rotstift zum Opfer.

Postfinance-Chef Köng erläuterte im Videointerview mit Keystone/SDA, dass auch neue Geschäftsfelder eröffnet und dort Stellen geschaffen werden. Diese Geschäftsfelder sollen die wegfallenden Erträge aus dem Zinsgeschäft auffangen. Eine neue Einnahmequelle will Postfinance zudem über die Einführung von Gebühren erschliessen.

Ziel sind die Top 10 von Europa

Weg vom alten Geschäftsmodell, hin zu einem digitalisierten Weg, lautet das Credo. «Die Postfinance ist noch viel zu analog aufgestellt», sagt Köng. Das Ziel der Post-Tochter sei es, «die führende digitale Bank in der Schweiz und unter den Top 10 der digitalen Banken in Europa» zu sein. Das sei ambitiös, doch das Unternehmen müsse sich nun transformieren, um überlebensfähig zu sein. Es müsse ein «Digital Powerhouse» werden.

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