Mobilität

Postauto kauft 140 neue Diesel-Busse – Elektroantrieb ist noch kein Thema

Der gelbe Riese steckt noch tief in der Aufarbeitung des Postauto-Skandals. Erst vor zwei Wochen kam es zu einer Razzia am Post-Hauptsitz in Bern durch die Bundespolizei. Doch das Geschäft bei der Konzern-Tochter geht weiter. Dieser Tage hat die Postauto AG die Beschaffung 145 neuer Busse in die Wege geleitet. Kostenpunkt: Um 50 Millionen Franken.

Philipp Felber
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Jährlich bestellt die Post zwischen 150 und 200 neue Busse.

Jährlich bestellt die Post zwischen 150 und 200 neue Busse.

Chris Iseli

Wie das Unternehmen auf Anfrage bestätigt, setzt die Post vor allem auf herkömmliche Dieselbusse. Noch vor kurzem liess das Unternehmen via «Blick» verbreiten, dass man langfristig CO2-frei durch die Schweiz kurven möchte. In einem Zwischenschritt würde man vor allem auf Hybrid- diesel setzen, hiess es damals. In der Ausschreibung werden nun aber nur gerade fünf solcher Busse erwähnt, der grosse Rest sind Dieselbusse.

Eine Alternative wären Elektrobusse gewesen. Diese werden bei Postauto derzeit aber nur zu Pilotzwecken eingekauft. Eine Serienbestellung sei in diesem Jahr nicht vorgesehen, so die Post. Das hat auch damit zu tun, dass die Preise für Elektrobusse höher sind als für Dieselfahrzeuge.

Was mit den alten Bussen passiert, ist noch unklar. In der Schweiz werden sie nicht bleiben. «Im Ausland ist die Nachfrage nach den moderneren und gut gewarteten Schweizer Occasionsbussen sehr hoch», heisst es auf Anfrage. Man stelle keine Bedingungen, nur dass sie nicht innerhalb der Schweiz verkauft werden. Da man nicht wolle, dass die alten Fahrzeuge neben der ordentlichen Postauto- Flotte umherfährt. Insgesamt umfasst der Fuhrpark der Post 2400 Fahrzeuge. In den letzten fünf Jahren hat Postauto fast 1000 neue Fahrzeuge beschafft, wie es auf Anfrage heisst.

Neuer Finanzchef gefunden

Doch nicht nur im Wagenpark bahnen sich Änderungen an. Nach zahlreichen Abgängen konnte das Unternehmen gestern eine wichtige Neubesetzung bekannt geben. Der SBB-Mann Benno Bucher wird Finanzchef der angeschlagenen Post-Tochter. Er übernimmt die Aufgabe, das Vertrauen in den Betrieb – vor allem was die Finanzen anbelangt – wie- der herzustellen.

Aufgearbeitet sind die Machenschaften rund um den Subventionsgelder-Betrug noch nicht. Insgesamt geht es um fast 80 Millionen Franken, die zu viel in die Kassen von Postauto geflossen sein sollen. Als Folge des Skandals musste Post-Chefin Susanne Ruoff das Unternehmen verlassen. Pascal Koradi, der frühere Finanzchef von Postauto, räumte seinen Stuhl als Chef der AKB. Postauto-Chef Daniel Landolf wurde kurz vor seiner Pensionierung freigestellt. Die verbliebenen acht Mitglieder der Postauto-Geschäftsleitung wurden ebenfalls abgesägt.