Plurilateral geht leichter

Bis allenfalls eine weitere grosse, multilaterale Liberalisierungsrunde in Gang kommt, muss sich die WTO mit plurilateralen Verhandlungen begnügen.

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Bis allenfalls eine weitere grosse, multilaterale Liberalisierungsrunde in Gang kommt, muss sich die WTO mit plurilateralen Verhandlungen begnügen. An diesen ist nur ein Teil der WTO-Mitglieder beteiligt; Länder, die ein besonderes Interesse an einer Liberalisierung in einem bestimmten Sektor haben. Im Gegensatz zu multilateralen Verhandlungen, in denen alle WTO-Mitglieder mitreden und ein Vetorecht besitzen, können in plurilateralen Gesprächen einfacher Erfolge erzielt werden.

Abkommen über Dienste

So erhofft der scheidende WTO-Chef Pascal Lamy noch 2013 eine Erweiterung des Abkommens über Produkte der Informationstechnologie. Zudem steht die Aufnahme von Verhandlungen über ein internationales Dienstleistungsabkommen kurz bevor. Eine Gruppe aus 21 Ländern will hier neue Standards setzen. Mit von der Partie sind die EU, die Schweiz, Norwegen, Island und die Türkei. Aus Amerika machen die USA, Kanada, Mexiko, Chile, Kolumbien, Peru, Panama und Costa Rica mit. Im Raum Asien-Pazifik dabei sind Japan, Südkorea, Taiwan, Hongkong, Israel, Pakistan, Australien und Neuseeland.

Schwenkt Indien um?

Dagegen sind Schwellenländer wie Brasilien, China oder Indien vorerst nicht dabei, weil sie im Rahmen der WTO erst die Landwirtschaft und dann die Industrie bereden wollten. Zumindest Indien, das in einigen Dienstleistungssektoren wettbewerbsfähig ist, könnte aber später dazustossen. So besteht Hoffnung, dass die Resultate der plurilateralen Gespräche nach und nach multilateralisiert werden. (C. M.)