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Ex-Nestlé-Chef Peter Brabeck hält an der Uni Luzern Plädoyer für Rechtssicherheit

Peter Brabeck war diesjähriger Referent an den Reichmuth & Co. Lectures der Wirtschaftsfakultät der Uni Luzern. Dabei ging der einstige Nestlé-Chef mit der Schweizer Standortpolitik ziemlich hart ins Gericht.
Raphael Bühlmann
Peter Brabeck (74), am Dienstag Referent an der Uni Luzern, war bis im Frühjahr 2017 Präsident von Nestlé. (Bild: Boris Bürgisser)

Peter Brabeck (74), am Dienstag Referent an der Uni Luzern, war bis im Frühjahr 2017 Präsident von Nestlé. (Bild: Boris Bürgisser)

Die Schweiz bleibt für international tätige Firmen attraktiv. Einer der gewichtigsten Gründe dafür ist die Rechtssicherheit hierzulande. Doch genau diese sieht einer der bedeutendsten Wirtschaftskapitäne der vergangenen Jahre geschwächt. Peter Brabeck, der einstige Chef und Präsident des weltgrössten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé, nahm am Dienstagabend teils sehr deutlich Stellung zur jüngsten wirtschaftspolitischen Entwicklung in der Schweiz. In dem gut besetzten Hörsaal der Universität Luzern machte Brabeck keinen Hehl daraus, dass er weder von der bereits angenommenen Abzocker-Initiative, der anstehenden Konzernverantwortungs-Initiative oder einer Frauenquote in Unternehmensspitzen viel hält.

«Diversität in den Führungsetagen ist wichtig, und das Geschlecht ist nur ein Kriterium dafür», so Brabeck. Eine Frauenquote würde dem nicht gerecht, würde aber dazu führen, dass Unternehmen ihre Schlüsselpositionen nicht mehr mit Personen mit den dafür besten Qualifikationen besetzen könnten. Eine Restriktion, die gemäss Brabeck für den Unternehmensstandort Schweiz ebenso schädlich wäre wie Vorschriften über die Beschränkung der variablen Vergütung des Managements. «Das würde den Standort Schweiz schwierig, um nicht zu sagen unmöglich machen», so der ehemalige Nestlé-Chef.

«Minder-Initiative war ein schlechtes Signal»

Man müsse sich grundsätzlich bewusst sein, dass internationale Konzerne auf solche Forderungen sehr sensibel reagieren würden und sich die Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten eben dadurch ausgezeichnet habe, dass die Gesetze für Firmen nicht alle paar Jahre geändert worden seien. Bereits für viel Unsicherheit habe die Annahme der Abzocker-Initiative 2013 gesorgt. Man habe zwar in der Folge mit der ausgearbeiteten Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften einen gutschweizerischen Kompromiss gefunden, und so die harten Forderungen der Minder-Initiative für die Unternehmen verträglich umgesetzt, doch für internationale Investoren sei es ein schlechtes Signal gewesen. Der damit verbundene gestiegene Einfluss der Aktionäre sieht Brabeck überaus kritisch. «Man vergisst leicht die Tatsache, dass Aktionäre nach Schweizer Recht zu keinerlei Verantwortung in Bezug auf das Unternehmen gezogen werden können.» Wenn etwas schieflaufe, sei es der Verwaltungsrat, der dafür geradestehen müsse.

«Pflichtenlose Aktionäre können aus kurzfristig gewinnorientiertem Interessen eine Firma bis zur Liquidation führen.» Ob eine Firma über Jahrzehnte erfolgreich ist, sei dem kurzfristig denkenden Aktionär völlig egal. «Ich kann Ihnen eine Reihe von Unternehmen nennen, die in den vergangenen Jahren aus diesem Grund verschwunden sind», so Brabeck. Demgegenüber stünde das institutionelle Rahmenabkommen mit der EU. «Eine Einigung würde definitiv zu mehr Rechtssicherheit in der Schweiz führen.»

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