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Pionier vertikaler Windkraft

Anfang 2014 war die Envergate AG noch in Konkurs. Jetzt ist die Horner Herstellerin von Windenergieanlagen wieder als Envergate Energy AG aktiv.
Christof Lampart
Eine vertikale Windkraftanlage von Envergate. (Bild: pd)

Eine vertikale Windkraftanlage von Envergate. (Bild: pd)

HORN. Draussen, vor dem Firmengelände in Horn, ragt noch ein altes, dreiblättriges Modell in die Höhe. Die neuen Anlagen haben fünf Windblätter. Sie sind leistungsstärker als ihre Vorgänger und sollen dafür sorgen, dass die Envergate Energy AG in den nächsten Jahren mächtig Auftrieb hat. Dieser Meinung ist Marcus B. Graf, der vergangenes Jahr mit drei Partnern die Nachfolgegesellschaft der Envergate AG gründete.

Fehler verbläst den Erfolg

Der Fabrikationsfehler eines Partners hätte zu grossen zu erbringenden Garantieleistungen und somit zum Aus der zuvor eigentlich aufstrebenden Firma Envergate AG geführt, sagt Graf. Er sah aber das Potenzial und gründete im Mai 2014 mit der Envergate Energy AG eine Nachfolgesellschaft. Auch zwei Drittel der früheren Belegschaft, zehn Personen, arbeiten heute noch für die Nachfolgefirma. Während Graf als Verwaltungsratsdelegierter und Geschäftsführer in Personalunion für Strategie und Verkauf verantwortlich zeichnet, ist mit Roman Bühler immer noch der gleiche Mann für die technologische Entwicklung der Windturbinen zuständig. Bühler sagt von sich, dass der Wind sein Element sei. «Schon als kleiner Bub hatte ich das Gefühl, ich könne nur meine Arme ausbreiten und wie ein Vogel davonfliegen.» Tatsächlich liest sich seine spätere «windige Vita» als Erwachsener beeindruckend. Roman Bühler studierte Physik und Aerodynamik und absolvierte die Ausbildung zum Piloten. Er war Gleitschirmkonstrukteur und ehemaliges Mitglied der Schweizer Nationalmannschaft im Hängegleiten, Schweizer Meister im Motorkunstflug und Mitglied des Red-Bull-Acro- Teams. Mit all diesem Wissen war es für Bühler schon früh klar, dass vertikalachsige Windturbinen einen viel höheren Wirkungsgrad haben müssten als herkömmliche Anlagen, denn sie erlauben auch in Breitengraden, wo der Wind unkonstant und böig weht, grössere Windernten als konventionelle Windräder.

Weiche Faktoren

Dass der Bedarf an alternativen Energien in den nächsten Jahren massiv steigen wird, ist für Graf aufgrund der beschlossenen Energiewende klar. Die Windenergie habe hierzulande besonders bei Kleinwindanlagen «enormes Potenzial». Die eigene Firma sieht er gut aufgestellt, weil ihre Vertikalachsen-Windräder nicht nur deutlich mehr leisten als durchschnittliche Anlagen in dieser Grösse, sondern auch weil sie geräuscharm und optisch ästhetischer seien als die Konkurrenz in diesem Segment. Das betrifft Anlagen mit einer Leistung von 20 bis 99 Kilowatt (kW). Genau diese weichen Faktoren seien, nebst der erzeugten Leistung, in einem so eng besiedelten und auf den Erhalt der natürlichen Landschaft erpichten Land wie der Schweiz von grösster Wichtigkeit. Die Anlage Quinta20 der Envergate Energy AG soll sich vor allem für den Einsatz bei Bergstationen, Gasthäusern, Tankstellen, Telekom- und Industrieunternehmen bewähren. Die Quinta99 soll bei Industrie- und Infrastrukturunternehmen, Gemeinden, Stromwerken und Windparkbetreibern eingesetzt werden. Anlagen unter 100 kW erhalten leichter eine Bewilligung als Grossanlagen ab 100 kW.

Ausland hat Interesse

Für Graf hat gegenwärtig der Schweizer Markt Priorität. Anfragen aus Europa sind jedoch im Moment eher in der Überzahl. Westeuropa und Skandinavien stehen weit oben auf der Liste. «Wir haben schon zahlreiche Interessenten, die unsere Windanlagen gerne in ihren Ländern vertreiben würden. Momentan stehen wir in entsprechenden Verhandlungen», sagt Graf. Und doch ist für ihn klar: Die Schweiz soll als erster Markt von Envergate überzeugt werden. Ob an den jeweiligen Standorten die Windturbine wirtschaftlich sinnvoll ist, gelte es jeweils detailliert zu eruieren. Darum läuft zurzeit für Schweizer Gemeinden eine Aktion, bei der Envergate ihre Dienstleistungen für Windgutachten zum Pauschalpreis anbietet.

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