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Pharmafirmen zahlten 2017 über 160 Millionen an Ärzte und Spitäler

Seit 2015 legen Pharmafirmen ihre Zahlungen an Ärzte, Spitäler und Organisationen der Gesundheitsbranche offen. Die Summe der Beträge steigt.
Gut 12 Millionen Franken an Leistungen flossen im Jahr 2017 an Ärzte und andere Gesundheitsfachleute. Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

Gut 12 Millionen Franken an Leistungen flossen im Jahr 2017 an Ärzte und andere Gesundheitsfachleute. Symbolbild: Christian Beutler/Keystone)

(awp/sda) Die Pharmaindustrie verteilt nach wie vor viel Geld an Ärzte und Spitäler. Innerhalb von drei Jahren ist diese Summe von 141 Millionen Franken (2015) auf fast 163 Millionen (2017) gestiegen. Das geht aus den Zahlen des Branchenverbandes Scienceindustries hervor, die der Nachrichtenagentur AWP vorliegen.

Pharmafirmen legen seit 2015 geldwerte Leistungen an Berufstätige und Organisationen in der Gesundheitsbranche offen. Demnach sind von den 162,5 Millionen Franken im Jahr 2017 mehr als die Hälfte (91 Mio.) an Verbände, Unikliniken und andere Organisationen geflossen. Annähernd 60 Millionen gingen in die Forschung und 12,5 Millionen an Ärzte und andere Gesundheitsfachleute. Die Zeitungen «Beobachter», «Handelszeitung», «Blick» und «Le Temps» hatten gestern als erste über die Zahlungen berichtet.

Am spendabelsten war Novartis. Der Basler Pharmakonzern hat 19,9 Millionen Franken springen lassen, die Generika-Tochter Sandoz nicht eingerechnet. Dahinter folgen Roche mit 13,9 Millionen Franken und Bayer mit 12,0 Millionen. Jeweils rund 10 Millionen Franken wandten Bristol-Myers Squibb mit Standort in Steinhausen, Pfizer und Astra Zeneca mit Büros in Baar auf.

Schweiz liegt im Vergleich vorne

Mit ihrer Transparenzoffensive will sich die Pharmaindustrie von ihrem schlechten Ruf der Vergangenheit lösen, als Ärzte etwa mit Luxusreisen geködert wurden. Laut «Beobachter», dem noch detailliertere Daten vorliegen, ist die Rate von Ärzten, die die Einwilligung zur Veröffentlichung ihrer Namen geben, auf 73 Prozent gestiegen. Novartis schliesst schon seit 2016 keine Kooperationsverträge mehr mit Ärzten ab, die sich weigern, ihre Daten offenzulegen, heisst es dazu bei der «Handelszeitung». Hier liegt die Quote also bei 100 Prozent. Bei Roche habe die Transparenzquote bei 80 Prozent gelegen.

Deutschland zusammen mit Österreich hat gegenüber der Schweiz noch einen gewissen Nachholbedarf in puncto Transparenz. In beiden Ländern liegt die Offenlegungsquote bei gerade einmal 30 Prozent.

Hierzulande steigt der Druck auf die Branche auch von den Verbänden. So hat der Branchenverband Scienceindustries ab Sommer 2018 alle Firmen, die 2018 nicht auf eine Offenlegungsquote von 80 Prozent kommen, veröffentlicht. «Die Schweiz ist in puncto Transparenz und Offenlegung ihren Nachbarländern – aber auch Staaten wie Grossbritannien – um Längen voraus», erklärt Jürg Granwehr, Leiter Pharma beim Verband Science­industries, im Gespräch mit AWP. «Und wir treiben die Offenlegung weiter voran.»

Am meisten ging in die Krebsforschung

Bleibt die Frage, an wen oder was die Gelder flossen. Der grösste Empfänger war der Auswertung zufolge die europäische Onkologenvereinigung ESMO mit Sitz in Lugano, die 10,3 Millionen Franken erhielt. Auch dies spiegelt die grosse Bedeutung der Krebsforschung für die gesamte Branche wider.

Unter den Unispitälern flossen dem Berner Inselspital mit 2,7 Millionen am meisten Gelder zu. Aber auch das Zürcher Unispital gehörte mit 2,2 Millionen zu den grösseren Empfängern. Die Zusammenarbeit mit der Industrie ermöglicht es den Spitälern, an neuen Entwicklungen teilzunehmen.

Generikaverkäufe steigen an

Patentabläufe bei Medikamenten haben im letzten Jahr den Markt für kassenzulässige Generika angetrieben: So wurden laut einer Studie in der Schweiz Generika für 1,05 Milliarden Franken verkauft, 3,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Laut dem Verband Intergenerika konnten die Generika durch die Ablösung der teureren Originalmedikamente einen Sparbeitrag von 448 Millionen Franken leisten. Durch eine stärkere Nutzung von Generika könnten brachliegende Sparpotenziale in Höhe von 196 Millionen Franken ausgeschöpft werden, erklärte Intergenerika-Geschäftsführer Axel Müller in einer Mitteilung von gestern. Mittlerweile sind in der Schweiz für 285 Wirkstoffe oder fixe Wirkstoffkombinationen Generika verfügbar.

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