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Ein neues System aus Tübach macht den Badge überflüssig: Per Handauflegen zum Kaffee

Ein neues System für Getränke- und Verpflegungsautomaten der Tübacher Leomat macht den Badge überflüssig.
Ines Biedenkapp
Leomat-Geschäftsleiter Daniel Büchel demonstriert den Handvenenscanner. (Bild: Benjamin Manser / Tübach, 4. November 2019)

Leomat-Geschäftsleiter Daniel Büchel demonstriert den Handvenenscanner. (Bild: Benjamin Manser / Tübach, 4. November 2019)

Das Tübacher Unternehmen Leomat AG stellt Verpflegungs- und Getränkeautomaten her. Normalerweise braucht es für die Bedienung einer solchen Maschine einen Chip oder einen Badge. Da dieser aber gerne mal vergessen wird, bedient sich die Firma einer Weltneuheit. So hat Leomat einen biometrischen Handvenenscanner in die Automaten eingebaut. Damit kann die eigene Hand als Zahlungsmittel dienen. «So kann man den Badge nicht mehr vergessen», sagt Geschäftsführer Daniel Büchel.

Die Anfrage für einen solchen Automaten bekam Leomat von einer Firma im Bereich Sicherheit aus St. Gallen. «Bei einigen Firmen sind diese Scanner bereits zum Öffnen von Türen im Einsatz.» Somit müssten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht noch zusätzlich einen Chip für die Kaffeemaschine mit sich herumtragen.

Venenverlauf ist einzigartig wie der Fingerabdruck

Das Prinzip funktioniert einfacher als gedacht. Denn der Verlauf der Venen bei einem Menschen ist genauso einzigartig wie der Fingerabdruck. Doch bevor die Kaffeemaschine mit der Hand benutzt werden kann, muss ein Profil angelegt werden. Dafür kommt ein Scanner zum Einsatz, der auf Knopfdruck einen etwa Fünfliber grossen Bereich in der Mitte der Hand einliest.

«Der biometrische Venenscanner gilt als die sicherste Erkennungsmethode und ist sogar sicherer als die Gesichtserkennung oder der Fingerabdruck», sagt Büchel über das System. Der Scanner übernimmt das Bild und überträgt die Daten an einen kleinen Computer. Mit Hilfe eines speziellen Programms kann nun das Profil eingestellt werden, in dem die Berechtigungen hinterlegt sind. In diesem Falle das Beziehen eines Kaffees.

Der Prozess und das Anlegen eines Benutzerkontos sind innert weniger Minuten abgeschlossen. «Diesen Einleseprozess müssen wir aber meist gar nicht machen, da Firmen, die dieses System bereits benutzen, das Profil schon erstellt haben», sagt Büchel. «Es kommt dann einfach noch die Berechtigung für die Kaffeemaschine hinzu.»

Münzen einwerfen, und die Hand ist aufgeladen

Wie wird die Hand, die nun als Badge dient, mit Geld aufgeladen? «Auch an den Automaten haben wir einen kleinen Scanner angebracht», sagt Büchel und zeigt auf eine viereckige Form. «Dort wird die Hand dran gehalten.» Ein kleines grünes Licht blinkt auf. «Das zeigt einem an, dass die Hand erkannt wurde und für den Vorgang berechtigt ist.»

Nun wirft Daniel Büchel einige Münzen in den Schlitz des Kaffeeautomaten. «Die Hand braucht für das Aufladen nicht immer am Scanner zu sein», sagt Büchel. Nachdem er einige Münzen eingeworfen hat, hält der Leomat-Chef die Hand wieder an den Scanner. Auf dem Display steht nun, dass die Hand einen Kontostand von 3.50 Franken aufweist. Dann braucht es nur noch einen Knopfdruck, um heisses Wasser, Kaffee oder Cappuccino herauszulassen.

Drei Monate von der Idee zur Umsetzung

Die Leomat AG aus Tübach, die Getränke- und Verpflegungsautomaten herstellt, hat 52 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ihre Automaten können mit zwölf verschiedenen Zahlmethoden wie Twint, Bargeld oder auch Karten genutzt werden.

Für die Umsetzung des biometrischen Handvenenscanners brauchte Leomat rund drei Monate. «Den Scanner selbst bauen wir nicht hier», sagt Geschäftsleiter Daniel Büchel. Die Handvenenscanner bezieht das Tübacher Unternehmen vom Schweizer Anbieter BWO. «Wir haben einfach geschaut, wie wir diese Art des Zahlens mit unseren Automaten verbinden können», sagt Büchel. Für sie sei es daher einfach ein neues Lesemittel, wie eine Kreditkarte oder das Zahlen mit dem Smartphone. Die Technik wird vor allem im Sicherheitsbereich oder im Bankenwesen zur Identifikation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingesetzt. (ibi)

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