Pensionskassen haben Krise noch nicht ganz verdaut

Zürich. Die alarmierende Unterdeckung von zwei Dritteln aller Pensionskassen vor einem Jahr ist Geschichte. Doch noch sind die Deckungsgrade der Boomjahre vor der Finanzkrise unerreicht, wie die jüngste Swisscanto-Umfrage bei 278 Kassen zeigt, die 60% der BVG-Versicherten abdecken.

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Zürich. Die alarmierende Unterdeckung von zwei Dritteln aller Pensionskassen vor einem Jahr ist Geschichte. Doch noch sind die Deckungsgrade der Boomjahre vor der Finanzkrise unerreicht, wie die jüngste Swisscanto-Umfrage bei 278 Kassen zeigt, die 60% der BVG-Versicherten abdecken.

Die Unterdeckung hat sich 2009 im Schnitt von 92% auf 97% verbessert. Bei den privaten Kassen lag der Deckungsgrad Ende 2009 bei 103%, momentan dürfte er bei etwa 106% liegen.

Bei mehr als 85% der privaten Kassen seien die Ansprüche der Versicherten zu über 100% gedeckt, sagte Vorsorgeexperte Othmar Simeon. Hingegen waren von den öffentlich-rechtlichen Kassen immer noch drei Viertel in der Unterdeckung. Der Deckungsgrad der öffentlichen Kassen lag Ende 2009 im Schnitt bei 90%. Laut amtlichen Angaben klafft bei diesen Einrichtungen ein Finanzierungsloch von 43 Mrd. Franken.

Obwohl sich 2009 die Börsen erholten und so die angelegten Guthaben der Versicherten wieder stiegen, fehlt noch einiges bis zu den Höchstständen von 2005 bis 2007. Damals betrugen die Deckungsgrade im Schnitt über 100%, bei den privaten Kassen gar deutlich über 110%. Ideal sind laut Swisscanto mindestens 115%; damit wären auch die Polster robust genug.

Denn eine Achillesferse der Pensionskassen bleiben auch wegen der Alterung der Bevölkerung die knappen Reserven: Laut Swisscanto verfügte Ende 2009 nur jede zehnte private Kasse über ein genügend dickes Polster. Punkto Anlagerisiken rücken nach den Aktien nun die Anleihen hochverschuldeter Staaten in den Fokus. (sda)