Digitale Dokumente: Patienten werden Herren ihrer Daten

Bluecare, eine Tochter der Frauenfelder Zur Rose Group führt heute zusammen mit Dswiss den Onlinetresor Medical Safe ein. Damit hat der Patient selbst Zugriff auf seine Dokumente.

Stefan Borkert
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Der gut informierte Patient kann Ärzten ine Hilfe sein. Bild: Fotolia

Der gut informierte Patient kann Ärzten ine Hilfe sein. Bild: Fotolia

Digitalisierung Die Frauenfelder Versandapotheke Zur Rose Group beschleunigt die Einführung digitaler Angebote. Gestern hat die Zur-Rose-Gruppe bekanntgegeben, dass unter Einrechnung der Verkäufe der deutschen Tochter Medpex man als die grösste europäische E-Commerce-Apotheke in den ersten neun Monaten des Jahres einen Umsatz von 1,16 Milliarden Franken erwirtschaftet habe. Das entspricht einer Steigerung von über 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Heute startet der Medical Safe

Heute startet Bluecare, eine Tochter von Zur Rose, eine neue Kooperation. Dabei geht es um die Einführung des Medical Safe, eines Onlinetresors, in dem der Patient seine Daten selbst verwalten und speichern kann. «Wir stellen den Patienten ins Zentrum», sagt Walter Hürsch, CEO von Bluecare mit Sitz in Winterthur. Medical Safe sei ein hochsicherer Onlinespeicher für Gesundheitsdokumente. Dank des Medical Safe könnten Ärzte ihren Patienten die medizinischen Dokumente in digitaler Form und mehrfach verschlüsselt zustellen. Kooperationspartner sei DSwiss in Zürich, ein erfahrener Anbieter von hochsicheren digitalen Serviceleistungen. Die Server stünden in der Schweiz. An den Sicherheitslösungen würden sich Hacker die Zähne ausbeissen, ist Hürsch überzeugt, denn jedes einzelne Dokument sei gut verschlüsselt

Ergänzung zur Patientendatenbank

Auch Röntgenbilder können im Medical Safe gespeichert werden. Bild: Archiv

Auch Röntgenbilder können im Medical Safe gespeichert werden. Bild: Archiv

Jeder Bürger könne, gestützt auf das datenschutzrechtliche Auskunftsrecht, die eigenen Gesundheitsdaten beim Spital oder Hausarzt schriftlich einfordern. DSwiss und Bluecare hätten diese Vorgaben zum Anlass genommen, um die Kommunikation zwischen Hausärzten und Patienten zu vereinfachen und die Digitalisierung im Gesundheitswesen sicher voranzutreiben. Hürsch betont auch, dass er diese Dienstleistung als Ergänzung zur elektronischen Plattform für Patientendaten der Spitäler sehe. Sicherheitsbedenken nimmt er ernst, betont aber, dass DSwiss über weltweit höchste Sicherheitsstandards verfüge und jahrelange Erfahrungen mit Banken und Versicherungen in die Waagschale werfen könne. Zum Start seien heute bereits mehr als 1000 Ärzte und mehrere hunderttausend Patienten im Medical Safe.